Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten

35 itt beirt gelb gefärbten Lichtstrahle, den es wirft; es kommt also nur darauf än, demselben eine andere Farbe zu ge­ben, und das erlangt man mittelst eines gefärbten Gla­ses. Wurde man bei den arg and i scheu Lampen, welche zur Velenchtung des Theaters gebraucht werden, gläserne Röh­ren von rvthlich gefärbtem Glase anwenden, so würde man ein dem Tageslicht ähnliches Licht hervorznbringen im Stande seyn. U n s ch ä d l i ch e T ö p fe r g l a s u r. Nach zahlreichen, unter Mitwirkung des Mcdizinal-Kollcgiums, von dem Tö­pfermeister Roschinsky in Breslau zur Ermittelung einer, der Sanitäts-Polizei entsprechenden Töpserglafur angcstell- ten Versuchen hat sich nachstehendes Gemenge beim Auf­trägen auf die zu den Versuchen 6 c ft im nt tett Gefäße, und nach erfolgtem sorgfältigen Brennen derselben, bei wie­derholten 'chemischen Prüfungen als nachahmungswerth befunden: 5 Theile Glätte, 2 Th. gut gereinigter Thon oder Lehm und ein Th. Schwefel. Dieses Gemenge muß sehr fein zusammen gerieben, und mit der erforderlichen Menge gut bereiteter Seifensiedertauge zusammen gerührt werden, so, daß daraus eine Masse entsteht, die zum leich­ten und gleichmäßigen Ueberziehen oder Aufträgen der Ge­fäße geschickt ist. Die auf vorgeschriebenc Art behandelten, und mit Sorgfalt gebrannten ird. Geschirre zeigten sich auch nach den mit denselben angestellten Proben, bis auf die Teller, deren Glasur, statt des Thones, Lehm enthielt, völ­lig tadelfrei, so, daß sie schon beim ersten Auskochen kei­ne Spur von Blei darbothen. Die eben angeführten Teller bothen zwar eine sehr geringe Auflösung des Bleies ans der Glasur dar; es ist jedoch wahrscheinlich daß diese Erscheinung das Werk zufälliger Umstände gewesen ist, da die übrigen mit derselben Masse glastrten Geschirre vondic- sem Fehler frei befunden werden. Mittel, gefärbte W e i n e von cchtc n z u u n t e r sch e i d e n. Herr Professor Vogel in München hat die Eigenschaften des färbenden Stoffes der Heidelberger Schwarzblick, oder Taubbccren (Vacinium myriillus ) un­tersucht, und ist dadurch auf Mittel gekommen, künstlich rothgefärbtc Weine von den echten zu unterscheiden. Der echte rothe Wein, wie der von Tyrvt, Chateau Margaux, vom Rheine rc., wenn man ihm eine Auflösung des essigsaurcn Bleies (Bleizuckers) in Wasser zusetzt, hat einen grünlich grauen Niederschlag, während der mit Heidelbeeren oder der mit Campcsche- oder Btauhotz- und Hvllunderbecren gefärbte, mit dem Btcizuckcr einen Jndigoblauen Niedcr- schtag gibt. Die mit Heidelbeeren und Blattholz gefärbten Weine, werden durch das essigsaure Blei gänzlich entfärbt, wahrend die mit Hotlunderbeeren gefärbten, bei im tteber- fluß zngcsetzten esstgsaurem Blei noch rvthlich bleiben. Sind die Weine mit Runkelrüben, Fernambuck oder San­delholz gefärbt, so erhält man einen rothen Niederschlag. Die mit Heidelbeeren, Blattholz und Hollundcrbecrcn ge­färbten Weine geben zwar alle einen Jndigoblauen Nieder­schlag, man kann aber auch durch ätzendes Kali entdecken, welches davon zugesetzt wurde, indem die mit Blattholz gefärbten dadurch rothbraun, die beiden Andern aber grün werden. Hat man sich nun überzeugt, daß sie durch eine dieser Beeren gefärbt sind, so darf man nur dem Weine cssigsaures Blei int lieber masse zu setzen, welches den mit Heidelbeeren gefärbten ganz entfärbt, den mit Hollunder beeren aber noch rvthlich läßt. Auch das Kalkwasser kann zur Prüfung angewandt werden. Im echten rothen Wein bringt es immer einen gelblichtbraunen Mcderschtag hervor. Die mit Blauholz gefärbten nehmen davon eilte rothbraune, die mit Hollunder und Heidelbeeren gefärbten eine grüne Farbe an, und die mit Runkelrüben gefärbten werden dadurch gelblich weiß, wenn man aber eine Säure oder Kohlensäure zus tzt, tvtelev so roth wie zuvor. Geschirre und Blech zu verzinken. Das Zink ist bekanntlich der Gesundheit nicht im geringsten schäd­lich und dabei dauerhafter als das Zinn. Es eignet sich vortrefflich Gefäße zu überziehen und man könnte es mit Vorthcil mit dem Zinn verbinden um, mit der erhaltenen Mischung zu verzinnen. Es bildet mit demselben ein sehr hartes und sprödes Metallgemisch. Vielleicht ist Bibcrells Mischung nichts anders, als solche Mischung. Witt man Gefäße verzinken, so wäscht man sie gut mit einer Auflö­sung von Salmiack. Dann schmelzt man das Zink, und streut etwas Pech auf dasselbe, taucht dann das Gefäß hinein und dreht cs herum, damit sich das Zink überall anlegen kann. Dann zieht man es heraus und wiederhohlt dies Geschäft nach einiger Zeit, wenn man eine dickere Lage haben will. Sobald man cs hcrausaenvmmen hat, drückt man die Zinklage mit einem Balten Leinwand gleich­förmig und mit Nachdruck an das Gefäß. Haben sich eini­ge Erhöhungen von Metall gebildet, welches gewöhnlich geschieht, wenn das Metall nicht flüssig und heiß genug war, so schneidet man sie ab. Man kann es später klopfen, biegen und wie ein verzinntes Gefäß behandeln. Pvlirt man es, so erhält cs einen schönen Silberglanz. lieber« dieß dauert die Verzinkung länger als eine Verzinnung, und da man dieses Metall jetzt überall im Handel haben kann, so ist es zu wünschen, daß seine Anordnung zu die­sem Zweck allgemeiner werde. — Neuer Lack. Herr Tingry, Professor der Chemie zu Genf, hat ein Werk, über die Kunst zu lackieren hcr- ausgcgebcn. ij In demselben gibt er unter andern auch An­weisung zu einer neuen Art Lack. Dieser besteht aus Copal und Anther. Seine Vorzüge sind: Unveränderlichkeit, Festigkeit, Leichtigkeit der Cvmpost'tivn, angenehmer Geruch. Er kann mit großem Vortheile alle andern Lacke, die auf Sachen von einigem Wcrthe aufgetragen werden sollen vertreten. Man nimmt eine halbe Unze Copal auf zwei Unzen reimten Anther. Der Copal wird sein gepulvert. In kleinen Thcilen wirft man ihn in die Bouteille, die den Anther enthält und verstopft den Hals derselben mit einem Stöpsel von Glas und Kork. Eine halbe Stunde lang schüttelt man diese Mischung herum, und läßt sie dann bis den nächsten Tag ruhig stehen. Ist die Mischung dann r * Ű

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