Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)
Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten
rí c\ o O nöthig hat, leiden könnten, ist ein Schlagloch aus 19 Th. feinem Silber, 1 Th. Kupfer und 10 Ty. Messtug vvrzu- ziehen. Eisenarbeiter vor Staub zu sichern. Zn den ungesundesten Arbeiten gehört die der Nadelspitzer. Die Luft die sie einhauchen, ist mit einem äußerst feinen, Eanm fühlbaren metallischem Staube geschwängert, und erzeugt eine Engbrüstigkeit, welche dem Leben de6 Leidenden gewöhnlich zwischen den 25 und 35 Jahre ein Ende macht. Einem angesehenen Arzte zu Rcdditch (H. Abraham,) wo die erste Navelfabrik Englands besteht, ist während der dreißigjährigen Ausübung seiner Kunst kaum ein Beispiel von einem Nadelspitzer vorgekommen, der das Atter von 40 Jahren erreicht hätte. Hr. Abraham hat nun ein wohlfeiles Mittel gegen dieses beschwerliche Nebel erfunden , nämlich eine schirmartige Vorrichtung mit Magneten, die sich als ein vollkommener Staubableiter bewährt. Für einige besondere Verrichtungen hat er magnetische Binden erfunden, um Mund und Nacken zu tragen, welche jedes Stanbtheilchen, was in den Mund dringen will, ab- ziehen. Mittel zur Prüfung der Cochenille. Um bfc Güte der Cochenille und ihrer im Handel vorkommen- den Sorten zu bestimmen, muß das färbende Wesen oder Pigment derselben in gleicher Menge erforscht werden. Am besten bedient man' sich hierzu der flüssigen oxidirten (De- phlvgistisirten) Salzsäure. Man zerreibt nämlich 10 bis L0 Gran einer echten Cochenille zum feinsten Pulver, und übergießt dieses sv lange mit flüssiger oxydirter Salzsäure, bis die rothe Farbe verschwunden ist. Die Menge der verbrauchten Säure merkt man sich an. Will man eine andere Cochenille, deren Echtheit ungewiß ist, prüfen, so nimmt man von ihr eben sv viel, und behandelt sie mit der nämlichen Salzsäure ans gleiche Weise. Braucht man weniger davon um die Farbe zu zerstören, sv ist die Cochenille nur um so viel schlechter, als man weniger Salzsäure gebraucht hat. Gesetzt nämlich, man brauchte 8 Loth oxydirte Salzsäure, um die Farbe von 20 Gran echter Cochenille zu zerstören, hingegen nur 6 Loth zu einer Cochenille von ungewisser Echtheit, sv wäre die letztere 25 Prozent schlechter. — Ewige Erdäpfel. Man baut jetzt in England eine Erdäpsel-Svrte, die man ewige Erdäpfel nennt (ever- lasting Patatoe), welche das ganze Jahr über Früchte d. i. Knotlengeben. Man legt sie gegen Ende May's, wenn man sie nicht früher will, nichtsehr tief, und nimmt sie nicht eher, als bis man sie braucht. Ehe Frost eintritt wird die Erde, unter welcher sie sich befinden, mit etwas Mist bedeckt. Man kann dann (in England) um Weihnachten frische Erdäpfel ansstechen, und die kleinen, die man allenfalls unter den übrigen findet, bis zum nächsten May zur Aussaat aufbewahren. Salzgewinnung im Norden. Satz kann in kalten Klimaten mit Ersparung vieler Arbeit und vielen Brennmateriales dadurch erhalten werden, daß man See- wösser frieren läßt, und das Eis, in welches die wässerigen Theilchen des DasserS allein verwandelt werden, von der nicht gefronten Flüssigkeit weg sch afft, welche Salzlacke (mehr oder minder gesättigte Salzsohte,) ist, die bei geringem Feuer ohne alle Gradirnng abgedampft werden kann. General Bauer sagt, daß dieses Verfahren in Rußland mit großem Dvrtheile angewendet wird. — Polirte Stahtwaaren gegen Rost zu schützen. Die Stahlarbeiter zu Scheffield reiben alle Stahlarbeiten, z. B. Barbiermeffer, nachdem sie die letzte Politur erhielten, mit ungelöschtem Kalksianbe; kleinere Artikel sollen sie vor dem Einpacken zum Verkaufe in Kalk- wasscr tauchen. Mittel gegen den Rost. Die Gesellschaft der Mechaitikcr und Baumeister (Society of civil Engineers beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit Mitteln gegen den Rost am Eisen. Herr Clegg bemerkte, daß Steinkohlen - Theer an den Gasometern das Eisen kräftig gegen den Rost schützt. Herr Farey erklärte, warum das Eisen, wenn es, nach der gewöhnlichen Methode bei derDunkelrothen Glühehitze in Wasser, und dann unmittelbar darauf in Lein- öhl getaucht wird, gegen Rost geschützt wird. Durch das Eintauchen in Wasser, wird es von den Schuppen und von allen fremdartigen Stoffen gereinigt, und die Hitze, welche noch in demselben zurückbleibt, macht cs zur Aufnahme des Oehtes geneigt, wodurch ein Firniß gebildet wird, der alle kleine Zwischenräume an der Oberfläche ausfüllt, und sv die Bildung eines neuen Oxydes hindert. — 'Verbesserung an Kerze n. Man tauche den Docht aus Baumwolle in Kalkwasser, in welchem man eine große Menge Salpeter (salpetersatire Pottasche) aufgelöst hat. Chlorsäure Pottasche wäre noch besser, wenn sie nicht theurer wäre als die salpetersaure. Man erhält ans diese Weise eine weit reinere Flamme, und die Verbrennung geschieht vollkommener. Man darf solche Kerzen beinahe gar nicht putzen, und sie taufen nicht im Mindesten ab. Es versteht sich von selbst, daß der Dvcht vollkommen trocken seyn muß, ehe er mit dem Talge in Berührung kommt. Neue Art zu bleichen. Turnbull in London hat über folgende neue Bleichart ein Patent erhalten: Man nimmt eine Erde, die sich leicht mit Wasser vermischt, z. B.THon, Mergel, Walkererde, oder weichen Lehm. Diese thnt man in einen Kessel, läßt die Feuchtigkeit verdampfen, trocknet dann die Erde, mischt sie wieder mit Wasser, und siebt sie nachher, um ihr d?» erforderlichen Grad von Feinheit zu geben. Dann schüttet man rohen Kalk dazu, welcher sich in dem Erdenbreye löscht, und so hat man die Bestandtheile der Lange, womit der Cattnn oder die Lein, wand behandelt wird. 9?mt wird die Lauge in Fässern oder Wannen gebracht, und die Bleichwaare darin oft hin- und her bewegt, worauf man, wie gewöhnlich, die Stücke wäscht, klopft, und in der Luft ausbreitet. Der Kalk ersetzt allsv hier das Laugensalz, und die zugesetzte Erde dient als Walkererde. — Gelbes Wachs schnell zu bleichen. Der Bürger Bvysse gibt folgendes Verfahren an, um gelbe5