Folia historica 17
Rózsa György: Die Ikonographie J. L. Pyrkers
György Rózsa Die Ikonographie J. L. Pyrkers Johann Ladislaus Pyrker ist am 2. November 1771 in Nagyláng (heute Soponya, Komitat Fejér) geboren. Nach in Székesfehérvár und Pécs absolvierten Mittelschulen trat er 1792 in den Zisterzienserorden ein. 1799 wurde er zum Priester geweiht, 1807 zum Pfarrer in Tlirnitz und 1812 zum Abt in Lilienfeld ernannt. 1818 erhielt er den Titel des Bischofs von Zips (Szepes), 1820 das Patriarchat von Venedig. 1827 ernannte ihn König Franz I. zum Erzbischof von Eger. Er starb am 2. Dezember 1847 in Wien. 1 Seine deutschsprachigen Gedichte und Epen waren seinerzeit populär. Auf allen Stellen seiner Laufbahn wirtschaftete er tüchtig und stellte immer seinen Reichtum in den Dienst der Wohltätigkeit und Kunstforderung. Er stand in Wien, Venedig und Eger in enger Verbindung mit Künstlern, es scheint also eine lohnende Aufgabe zu sein, zu untersuchen, welchen Künstlern er die Verewigung seiner Gesichtszüge anvertraute. Um nur die berühmtesten Wiener Maler zu nennen: Josef Danhauser, Moritz Michael Daffinger, Franz Eybl, Josef Kriehuber, Friedrich Lieder, Leopold Kupelwieser. 1842 malte der Ungar Miklós Barabás sein repräsentatives Porträt aus Anlaß des Jubiläums von seinem Eintritt in den Mönchsorden. Von den Bildhauern beschäftigten sich mit seinem Porträt unter anderen der Österreicher Schaller und der Italiener Casagrande. Von den Medailleuren sind Antonio Fabris, Karl Lange und Josef Schön die namhaftesten. In seiner Ikonographie befinden sich Monumentalgemälde und lebensgroße Statuen, was bei einem Kirchenfürsten, der auch der erste Mann im Komitat, Obergespan war, natürlich ist. Als Dichter sollte er es auch wichtig halten, daß seine Leser seine Gesichtszüge kennenlernen. Er benützte zu diesem Zweck die Kunst der vervielfältigenden Graphik. Wir fühlen uns nicht zuständig, zu beurteilen, welchen Platz das Werk Pyrkers in der deutschen Literaturgeschichte einnimmt und nehmen auch keine Stellung in der heftigen Debatte seiner Zeitgenossen, warum 59