Folia historica 14

Veres Lujza: Festett herendi porcelánportrék a Magyar Nemzeti Múzeumban

Bemalte Herender Porzellanporträts im Ungarischen Nationalmuseum Die Keramiksammlung der Neuzeitlichen Abteilung im Ungarischen National­museum verwahrt mehrere als Rarität geltende bemalte Herender Porzellan­porträts. In den 1840er Jahren begann Mór Fischer selbst mit ähnlichen Ver­suchen und er entwickelte diese Technik auf hohes Niveau. Ein bedeutendes Ergebnis der Fabrik war das grosse Porträt von Alexander von Humboldt, welches auch in der Wiener Weltausstelung des Jahres 1873 gezeigt wurde. Nach dem Bankrott der Fabrik im Jahre 1875 wurde diese Technik erst in den 1890er Jahren von Jenő Farkasházy Fischer wiederaufgenommen, erwies sich als würdiger Nachfolger seines Vaters in der Kunst. Zur Analogie der bemalten Porzellanporträts kann man von der Mitte des 19. Jahrhunderts an ausländische Beispiele bringen. Bekannt sind ein Wiener Mädchenbildnis aus dem Jahre 1851, sowie die Porträts von Franz Josef I. und Elisabeth (1854) und ein Napoleon-Porträt verfertigt von Costier in Sévres 1890. Schon die ersten beiden Stücke sind vom vollendeten technischen Niveau. Der Mei­nung der Experten nach wurden die den Ölgemälden ähnlichen Tönungen durch die den Ölgemälden ähnlichen Tönungen durch die in den ersten Jahr­zehnten des vorigen Jahrhunderts aufgetauchten vielerlei Pulverfarben mög­lich; die stilistische Grundlage findet man in der traditonellen Porträts- und Miniaturporträtsmeierei. Mit Hilfe einiger Stücke der Sammlung kann man diejenige Betrach­tungsveränderung wahrnehmen, die sich infolge der Fotografie in der Porträt­malerei durchsetzte. In der ungarischen Malerei erschienen an manchen Bild­nissen ungebundene, naturalistische Tendenzen schon Ende der 1830er Jahre. Auf den Männerporträts von János Agotha und József Marastoni kann man den fast der Fotografie getreuen Realismus ganz leicht merken. Julia Szabó entdeckte ähnliche Züge auf den Bildnissen von Käroly Sterio und János Novotni und machte auf die Wirkung der französischen Romantik und des Realismus aufmerksam. 59

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