S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)

(siehe MARÁN, 1945: 51 u. f. ) gebunden ist. Aus der Gesamtzahl von 34 Arten überschrei­ten nur zwei ( elatus und piceus ) die Grenzen der Balkanhalbinsel in Richtung nach Mit­teleuropa ( piceus auch nach Westeuropa und ostwärts bis nach Kleinasien). Zwei andere Arten ( striolatus und ovipennis ) überschreiten das Areal auf dem Balkan in kleinerem Mass in Richtung nach den Alpen ( ovipennis auch nach den Apenninen). Der ganze grosse Reichtum der übrigen Formen bleibt auf die Gebirge der Balkanhalbinsel beschränkt. I. 3. Praktisch bei allen Arten treffen wir eine sehr starke Tendenz zu morpho­logischer Variabilität der einzelnen isoliert lebenden Populationen in den verschiedenen Gebirgen des Balkan an. Als die meisttypische Form der Variabilität tritt die Gestaltung der eng lokalen (mikrogeographischen) Rassenhervor, deren Vorkommen oft auf ein sehr kleines Territorium eines einzigen Gebirges oder auch nur eines einzigen Berges be­grenzt ist. Es ist daher praktisch unmöglich, die taxonomischen Fragen dieser Gattung ohne reichlicheres Material aus verschiedenen Orten des Verbreitungsareals jeder Art zu lösen. • Die zoogeographischen Gesichtspunkte zu beachten ist unbedingt nötig bei der taxonomischen Bewertung der morphologischen Unterschiede als Artunterschiede, Sub­speziesunterschiede (geographische Rassen) oder als individuelle Variabilität. I. 4. Die bisherige taxonomische Bearbeitung der Gattung Molops entwickelte sich allerdings ohne genügende Berücksichtigung dieser Fragen. Mit den taxonomischen Prob­lemen der Gattung Molops befassten sich im 19, Jahrhundert vor allem CHAUDOIR, KRAATZ und von HEYDEN, am Anfang unseres Jahrhunderts GANGLBAUER und AP­FELBECK und in jüngster Zeit J. MÜLLER und MARAN (siehe eingehend im Literatur­verzeichnis ). GANGLBAUER und APFELBECK gingen in ihren Arbeiten fast ausschliesslich von der morphologischen Sicht und von dem sog. Typen-Konzept der Art aus (siehe MAYR, 1969: 24).. Mit den morphologischen Merkmalen, die sie subjektiv für deutlich hielten, begründeten sie den Status der Art; dort, wo ihnen die Unterschiede kleiner erschienen, bezeichneten sie neue Taxa in der Regel als "Varietäten". Von diesen Formen worden in der späteren Literatur viele als Subspezies bezeichnet, andere aber weiterhin als Va­rietäten" oder Aberrationen angeführt (CSIKI, 1930: 726-734 führt auf diese Weise alle Taxa unter dem Artgrad an, einschliesslich derer, die z. B. von J. MÜLLER ausdrück­lich als Subspezies beschrieben worden waren). APFELBECK widmete als erster den männlichen. Kopulationsorganen grosse Aufmerksamkeit und aus diesem Grunde versuchte er auch die habituell sehr verschiedenen Formen taxonomisch in einen EntwicklungsZyk­lus einzureihen (z.B. Molops obtusangulus j-Kreis in APFELBECK, 1904:225-228). Die modernere taxonomische Auffassung kommt in den Arbeiten von J. MÜLLER aus den Jahren 1917-1938 zur Geltung: neue morphologische Formen beschreibt er in der Regel als geographische Rassen und berücksichtigt dabei die zoogeographischen Kri­terien (für Griechenland, beispielsweise, schafft er durch seine Beschreibungen einen ganzen Rassenkreis des M. parnassicola und kommt schliesslich dazu, alle griechischen Formen als einen einzigen Rassenkreis der Art spartanus verstehen zu können - siehe J. MÜLLER, 1936: 105). Derartige Gesichtspunkte wendete er jedoch nur in bestimmten Fällen an, während er in anderen Fällen ähnlich wie die älteren Forscher vorging und etwaige nachweisbare Lokalrassen als selbständige Arten (z. B. die Formen holdhausi , winklerianus , victoris u. a. ) beschrieb. Leider führte J. MÜLLER nie eine gesamttaxo­nomische Revision aller Molops -Formen durch und sein Beitrag ist im Komplex der Be­schreibungen der neuen Formen, vorwiegend gut begründbarer Lokalrassen, zu sehen. Die zoogeographischen Kriterien sucht in seinen Arbeiten MARAN . deutlich zur Geltung bringen. Seine Arbeiten sind aber nicht speziell der taxonomischen Problematik der Gattung Molops gewidmet und beabsichtigen auch nicht, die Gesamtheit dieser Gat­tung zu bearbeiten. Bei MARAN' s Beschreibungen der neuen Formen sieht daher die Lage ähnlich wie bei den Beschreibungen von J. MÜLLER aus, • I, 5, Zur Zeit lässt sich also die taxonomische Bearbeitung der Gattung Molops durch folgende Mängel charakterisieren, zu deren Überwindung die vorliegende Arbeit beitragen will: a/ Die Kriterien für den Status Art, Subspezies oder "Varietät" sind bei den gül­tigen Taxa ganz uneinheitlich, d. h, viel zu viel subjektiv nach der Ansicht der verschie­denen Autoren ausgerichtet; in dieser Revision suche ich einheitliche Kriterien zur Gel­tung zu bringen.

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