Folia archeologica 54.

Tibor Kemenczei: Funde der skythisch geprägten Aföld-gruppe in Trans-danubien

FUNDE DER SKYTHISCH GEPRÄGTEN ALFÖI.D-GRUPPE IN TRANSDANUBIEN 121 Pomáz-Flur Zdravlyák: Abb. 5, 2; Pomáz-Flur Prekobrodica: Abb. 5, 7-8, Pomáz: Abb. 5, 9, Romand: Abb. 5, 10-11, Sárkeresztes : Abb. 5, 12, Sé-Doberdó: Abb. 6, 4, Veszp­rém: Abb. 7, 12, Tokod-AI táró: Abb. 8, 1-3, Velem-Szentvid: Abb. 9, 5-6). All diese Exemplare gehören zu den Produktentypen der skythenzeitlichen Töpferwerkstätte der Alföld-Gruppe. Da das Töpferhandwerk der Hallstattkultur keine scheiben­gedrehten Gefäße herstellte, konnten die in Transdanubien zum Vorschein gekom­menen derartigen Gefäße aus dem Gebiet der Tiefebene dorthin gelangt sein. Ins Gebiet des skvthischen Kulturkreises, ins Obere und ins Mittlere Dnestrge­biet gelangte die Herstellungstechnik der scheibengedrehten Keramik nach der Gründung der ersten griechischen Kolonialstädte am Schwarzen Meer (Histria, Olbia), in den letzten Jahrzehnten des 7. Jahrhunderts v. Chr. 4 3 Eine aus diesem Gebiet eingewanderte Volksgruppe verbreitete in der Ungarischen Tiefebene die Kenntnis, den Gebrauch dieser Technik, mit den Gegenständen vom frühskythis­chen Typ zusammen, beinahe zur gleichen Zeit. Während der ganzen Periode der Alföld-Gruppe wurde dort scheibengedrehte, hauptsächlich graue Keramik mas­senhaft hergestellt. Ihre nach Transdanubien gelangten Produkte konnten aus dem 6. Jh. und aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gestammt haben, weil die Kelten clie ganze Region in dem. 4. Jh. unter ihre Herrschaft brachten. Es ist durchaus fraglich, ob das 1894 dem Ungarischen Nationalmuseum verka­ufte Bronzebecken (Abb. 7, 15), die zu den Gegenständen skythischer Prägung von einer Fundstelle in Transdanubien gezählt wurde, wirklich in Szőny ("Oszőny") ge­funden wurde. Es ist nämlich ein typisches Produkt des Steppengebietes, 4 4 hat keine Analogie im Karpatenbecken. Es stammt zweifellos vom Osten, man kann nicht ausschließen, class es durch Antiquitätenhandel der К .u. K. Monarchie im 19. Jh. nach Budapest gelangte, wo der Name der damals schon bekannten, erforschten rö­mischen Stadt an der Donau (Brigetio) als Fundort angegeben wurde. Wenn man alle in Transdanubien zum Vorschein gekommenen Fundstücke skythischer Prägung der Alföld-Gruppe in Betracht zieht, kann man mit Recht be­haupten, class sie trotz ihrer relativ großer Anzahl jene Meinungen nicht belegen, die diese Region zum Kulturkreis skythischer Prägung des Karpatenbeckens zählen wollen. Außerdem kann man ebenfalls nicht behaupten, class die zahlreichen Ge­genstandstypen der mitteldanubischen Hallstattkultur im Fundmaterial der Alföld­Gruppe (Tongefäße, Schmuckstücke aus Bronze) belegen, dass die I lallstattkultur dort vorherrschend wäre, wie es bei J. Chochorowski zu lesen ist. 4 5 Diese Funde ze­ugen einfach davon, dass die am linken und rechten Ufer der Donau gelebten Völ­ker unterschiedlichen Ursprungs gegenseitige Beziehungen zueinander gehabt haben. Diese Beziehungen konnten zum Teil Handelsbeziehungen gewesen sein. Wie es von Mihály Párducz vermutet wurde, dessen Meinung nach die in der gro­ßen Handwerkersiedlung von Velem - Szentvid zum Vorschein gekommenen Ge­genstände skythischen Typs von den dort angesiedelten Kaufleuten der Tiefebene hintergelassen wurden. 4 6 Auch Erzsébet Jerem war der Meinung, dass aus der Tie­febene stammende Leute sich in Transdanubien angesiedelt hatten. So die im Grab 29 von Sopron - Krautacker bestattete Frau, die aus der Tiefebene gestammt haben sollte. 4 7 Über die Handelsbeziehungen hinaus zeugen auch jene Gräber des illy­risch -venetischenGräberfeldes in Szentlörinc von engeren Beziehungen, in denen nach dem Ritus der l iefebene Pferde bestattet wurden. « SMIRNOVA 1999, 4&-47. 4 4 С LE NOVA 1993, 61. Abb. 10. 4 5 CHOCHOROWSKI 1998, 447. 4 6 PÁRDUCZ 1965A, 298. 4 7 JEREM 1981b, 114.

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