Folia archeologica 54.

Tibor Kemenczei: Funde der skythisch geprägten Aföld-gruppe in Trans-danubien

122 FI BOR KEMENCZEI Die Beziehung zwischen der Bevölkerung der östlichen Gebiete der Hallstatt­kultur und dem Volk der Alföld Gruppe entwickelte sich in den einzelnen Regionen nicht auf die gleiche Weise. Die Kleine Ungarische Tiefebene nördlich der Donau wurde noch in der frühen Skythenzeit, in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. von einer aus der Tiefebene gekommenen Volksgruppe besetzt. Dieser Angriff vernichtete die Erdburg Smolenice der Hallstattkultur. Der Meinung von B. Terzan nach erreichte diese aus der Tiefebene ausgehende Angriffswelle auch das Gebiet der Hallstattkultur in Transdanubien. Es gelangte zwar nicht, dieses Gebiet zu ero­bern, aber die Angriffe brachten ins Leben der dortigen Bevölkerung eine grund­legende Veränderung, die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft brach ab. Es wurden Hügelgräber für die Verstorbenen der führenden Schicht nicht mehr er­richtet, die großen, befestigten Siedlungen wurden von clen Anwohnern verlassen. 48 Wahrscheinlich von diesem Angriff zeugen die Funde skythischer Prägung der Al­föld-Gruppe in Celldömölk - Sághegy und in Velem - Szentvid. Aber die an ande­ren Fundstellen zum Vorschein gekommenen Gegenstände des skythischen Tierstils konnten auf dem Wege früherer Beziehungen nach Transdanubien gelangt sein. Im Gegensatz zur mitteleuropäischen Hallstattkultur zeigen die Gruppen skythischer Prägung im Karpatenbecken kein großes Verbreitungsgebiet. Trotzdem erreichte ihr Handwerk, ihre Bewaffnung, die aus dem Steppen-, dem Wäldstep­pengebiet stammten, ein so hohes Entwicklungsniveau, dass sie die benachbarten Volksgruppen stark beeinflussen konnten. Die Funde skythischer Prägung Trans­danubiens sind die Denkmäler dieses Einflusses. 4 8 TERZAN 1998, 521.

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