Folia archeologica 53.
Mráv Zsolt: Traianus-kori monumentális építései felirat a carnuntumi legiotáborból
136 ZSOLT MRÁV 2. Wenn die legio II adiutrix wirklich erst 219 n. Chr., mit Elagabalus zusammen nach Pannonién zurückkehrte, müssen wir trotz der Abkommandierung der ganzen legio nach Osten doch annehmen, dass für die Dauer des Feldzuges aus verschiedenen Gründen Soldaten in Aquincum hinterlassen wurden. Auf Grund der im Jahre 217 n. Chr. errichteten Inschriften scheint es eine mögliche Erklärung zu sein. Der Aufenthalt beider beneficiarii consularis der legio II adiutrix in Singidunum im Jahre 217 n. Chr. kann ohne jedes Problem begründet werden. Obwohl man versuchte, ihre dortige Anwesenheit mit der vom orientalischen Kriegsschauplatz heimkehrenden Legion in Verbindung zu bringen, 7 2 scheint es viel wahrscheinlicher, dass die beneficiarii des Statthalters von Pannónia Inferior nicht zum Feldzug gegen die Parther beordert wurden, sondern sie mussten auch im Weiteren dem Statthalter schon im Rang eines consularis zur Verfügung stehen. Beide beneficiarii consularis sollten also Singidunum im Jahre 217 n. Chr. nicht mit der heimkehrenden Legion zusammen, sondern zwecks einer speziellen Mission besucht haben. (Ihre Mission könnte auch mit der Tatsache im Zusammenhang gestanden haben, wonach im Legionslager von Brigetio, welches schon an Pannónia Inferior fiel, die legio I adiutrix durch die Einheiten der aus Singidunum dorthin beorderten legio IV Flavia ersetzt wurde. 7 3) Eine andere Erlärung kann man für die Anwesenheit des einen rustos armorum der legio II adiutrix im Jahre 217 n. Chr. in Pannonién geben. Wegen des komplizierten und weiten Aufgabenbereiches der armorum costodes gab es in jeder Zenturie der Legionen je einen von ihnen. 7 4 Der custos armorum „was a fiscal as well as supply officer" 7 5 der von den älteren, auch für Amtsarbeiten tauglichen Soldaten der Zenturien ausgewählt wurde. Die in Besnyő gefundene Inschrift von L. Septimius Victor (RIU 1476 vgl.: ALFÖLDY 2004, 37-38) lässt deshalb entweder ein besonderes Amt (Betreuung der hinterlassenen Ausrüstung?) vermuten, oder weist auf die Hinterlassung einer Spezialeinheit, mindestens einer centuria hin. Für die zweite Möglichkeit sprechen die beiden Inschriften von L. Septimius Constantinus optio spei aus den Jahren 217 und 218 n. Chr. Auf Grund deren ist es vorstellbar, dass trotz der Abkommandierung des „Totalbestandes" der legio II adiutrix nach Osten eine Unterabteilung der legio, höchstwahrscheinlich eine cohors in Aquincum geblieben ist. Ein weiteres Moment scheint diese Vermutung zu belegen. Wir verfügen nämlich über keine Angaben dazu, dass die legio II adiutrix während ihrer Abwesenheit ersetzt worden wäre. Im Gegenteil, in der vermutlich unsicheren Situation infolge der Hinrichtung des Quadenkönigs und seiner Gefährten (Dio LXXVII, 20, 3-4) hat die legio IV Flavia diesmal nicht die legio II adiutrix in Aquincum, sondern die legio I adiutrix in Brigetio ersetzt. 71 5 Wahrscheinlich wurden auch die im Valetudinarium gepflegten, kranken, geschwächten und deshalb marschunfahigen Soldaten, 7 7 die sogar 5-10%-Prozent '2 MIRKOVIC 1962, 322; LŐRINCZ 1990, 322 Anm. 32. 7 3 Siehe die zweisprachige Grabinschrift aus Brigetio eines Zenturios der legio IIII Flavia aus der Severerzeit (RIU 637 = CIGP 74). Zu ihrer Deutung: FITZ 1962, 46, 106; MÓCSY 1962, 600; KOVÁCS 2007, 161-162. « DOMASZEWSKI 19672, 44-45; CLAUSS 1999, 37; der custos armorum einer Zenturie der legio III Cyreneica wird im Jahre 90 n. Chr. erwähnt: P. Gen. Lat. I, verso, IV: zum Aufgabenbereich der armorum costodes S.: SPEIDEL 1992, 131-134. N SPEIDEL 1992, 132. '6 RIU 637 = CIGP 74 und FITZ 1962, 46, 106; Mócsv 1962, 600; KOVÁCS 2007, 161-162. " GOLDSWORTHY 2004, 99-101.