Folia archeologica 53.
Mráv Zsolt: Traianus-kori monumentális építései felirat a carnuntumi legiotáborból
ADVERSUS PARI HOS 135 errichtet (AE 1976, 641). Die Soldaten nahmen also den Legionsadler auch zum Kriegsschauplatz mit und sie kämpften nicht unter einem vexillum, das alles beweist den Einsatz des Totalbestandes der legio II adiutrix in diesem Orientalfeldzug. 6 6 Zwischen den im Jahre 217 n. Chr. errichteten Inschriften der Soldaten der legio II adiutrix und der gleichzeitigen Abkommandierung „des Totalbestandes der legio" nach Osten besteht auf diese Weise ein Widerspruch. Wie konnte es passieren, class vor dem angenommenen Zeitpunkt der Rückkehr der Legion, d. h. vor 219 п. Chr. die aktiven Unteroffiziere und Soldaten der Legion in Pannonién Inschriften errichten konnten, wenn nämlich der Totalbestand der legio II adiutrix an der expedilio orientális teilnahm. Bei der Auflösung dieses anscheinenden Widerspruchs können wir nur mit zwei Möglichkeiten rechnen: 1. Die ganze legio II adiutrix oder einige Einheiten davon kehrten nicht im Jahre 219 n. Chr., sondern schon 217 nach Aquincum zurück. 6 7 Für diese Möglichkeit spricht nur ein einziges Argument. Die Inschriften der Soldaten der legio II adiutrix sind in Pannonién nur aus dem Jahre 217 n. Chr. und aus späterer Zeit zum Vorschein gekommen, solche Inschriften, die gewiss auf das Jahr 215 oder 216 n. Chr. datiert würden, sind bis jetzt nicht bekannt. (Diejenigen Inschriften, die Veteranen erwähnen, wie z. B. die CIL III 3526 [216 n. Chr.], können in dieser Hinsicht nicht beachtet werden.) Aber die Rückkehr der ganzen legio II adiutrix im Jahre 217 n. Chr. wird von den Quellen und den historischen Ereignissen bis jetzt nicht belegt. Im Jahre 217 n. Chr. dauerte nämlich die expedilio gegen die Parther noch an, zu einem Friedensabschluss kam es erst im Winter des Jahres. 6 8 Herodianos nach ließ Macrinus auch nach dem Abschluss des Partherfeldzuges die Soldaten doch nicht zu ihren Standorten zurück, zwar „es schien Frieden zu sein" (Herod. V, 2, 3 und 6). Diese Tatsache trug in bedeutendem Maße zum Verlieren seiner Popularität im Kreis der Soldaten bei und führte zur ernsthaften Unzufriedenheit. Nach dem Sieg über Macrinus und nach der Zurechtlegung der Sachen im Orient machte sich Elagabalus mit seinem Heer auf dem Festland aus Syrien auf den Weg nach Rom. Unterwegs verbrachte er den Winter 218/219 n. Chr. noch in Nikomedia, 6 9 während das ehemalige Expeditionsheer - wahrscheinlich zerstreut - gleichfalls in Kleinasien (und eventuell in Thrakien [in Byzantion bzw. Perinthos] 7 0) überwinterten. Cassius Dio berichtete auch darüber, dass diejenigen Vexillationen aus Germanien, die man damals in Bithynien überwintern ließ, versuchten mit einer Aufruhr gegen den Kaiser (Dio LXXX, 4, 5). Drei aus der Severerzeit stammende Grabinschriften der Soldaten der legio 177/ Augusta und der legio XXX Ulpia Victrix aus Kalkhedon in Bithynien, aus Prusa ad Olympum und aus Nikomedia können mit diesen heimkehrenden - in Bithynien überwinternden - germanischen Soldaten in Verbindung gebracht werden. 7 1 Wahrscheinlich in diesem Heer, welches Elagabalus Geleit gab, müssen wir nach den pannonischen Legionen und Hilfstruppen suchen, da es früher weder eine Gelegenheit, noch einen Grund dafür gab, die Soldaten aus Pannonién unterscheidend, vorzeitig heimzuschicken. *> SPEIDEL 1976, 132, MRÁV-ÖITOMÁNYI 2005, 183; UBI. 2006, 11. 6 7 Dafür argumentiert: MIRKOVIC 1962, 322-325. <•>» KlE\AST 19962, 169. «> Dio 79, 7, 3; Herod. 5, 5, 3; HA Hei. 5, 1. S. auch: HALFMANN 1986, 231. 7, 1 Man kann die in Byzantion und in Perinthos gefundenen Grabdenkmäler der Soldaten der legio I und II adiutrix nicht nur an die Überwinterung der legio 214/15, sondern auch 218/219 n. Chr. in Thrakien knüpfen. 7' SPEIDEL 1985b, 89-96.