Folia archeologica 51.

Endre Tóth: Római űrmértékek a Magyar Nemzeti Múzeumban

146 ENDRE TÓ TH Abb. 5 5. ábra a: Inschrift des Tarjáner Hohlmaßes, b: Kreitz auf dem Tarjáner Hohlmaß, c: Kreuz auf dem Gewicht aus der Justinianszeit (Babelon 1892. fig. 2850), d: Kreuz auf der Sigillata chiara, HayesTyp 300 a: A tarjáni űrmérték felirata, b: kereszt a tarjáni űrmértéken, c: kereszt Iustinianus-kori súly­on (Babelon 1892. fig. 2850.), d: kereszt sigillata chiara-n Das Kreuz am Anfang der Inschrift ist allein schon und seiner Form wegen ein Datierungsargument. Die Enden der gleich langen Kreuzbalken öffnen sich leicht gebogen. Das alleinstehende Kreuz kommt auf den Funden aus dem 4. Jahrhundert noch nicht vor. Im 4. Jahrhundert erscheinen entweder das Christusmonogramm oder das Staurogramm. Auch in das Hohlmaß von Naissus war das Christusmonogramm eingraviert. Warum gravierte man Kreuze in die Hohlmaße? Die christlichen Symbole ­zuerst das Christusmonogramm und das Staurogramm und später das Kreuz ­kommen auf spätantiken Gebrauchsgegenständen häufig vor. Deshalb glaubt man, daß diese Gegenstände in christlichem und manchmal liturgischem Gebrauch standen. Konstantin der Große ließ das Monogramm allerdings ursprünglich nicht auf Gegenständen christlichen Gebrauchs, sondern auf Feldzeichen anbrin­gen. Anfangs symbolisierte das Monogramm auch die Treue und Loyalität zum Kaiser. Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts blieb es ein staatliches Symbol und wurde langsam sakralisiert. Deshalb brachte man es im 4. Jahrhundert und später auch auf Gegenständen an, die profanen Zwecken dienten, aber in irgendeiner Form mit der Herrschermacht in Zusammenhang standen. Zu ihnen gehörten die kaiserlichen Geschenke, die Prunkfibeln mit zum Teil amtlichem Charakter. Wie das Christusmonogramm im 4. Jahrhundert (auch) zugleich zu den kaiserlichen Insignien gehörte, ebenso geschah dies später mit dem Kreuz. Das Kreuz über­nahm seit dem Ende des 4. Jahrhunderts nach und nach die Stelle des Chrismons. Das Kreuz gelangte nicht nur als religiöses Symbol auf die Meßgefäße, sondern authentisierte diese mit dem Kaisersymbolbild. Auf dem Hohlmaß von Naissus

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