Folia archeologica 51.

Endre Tóth: Római űrmértékek a Magyar Nemzeti Múzeumban

R OMISCH I HOHI.MA IÌF. IM UNGARISCHEN NATIONALMUSEUM 147 verlieh das Christusmonogramm, auf den späteren Gewichten häufig das Kreuz 37 der Beglaubigung größeren Nachdruck. Die Zeit der Exagien ist jedoch nur sel­ten genau zu bestimmen. Aufgrund einiger Stücke in der Genfer Sammlung 38 kann darauf geschlossen werden, wann das Kreuz auf die Gewichte graviert wurde. Weder auf dem viereckigen Gewicht von Kaiser Honorius mit der Inschrif t EXAG­IUM SOLIDI noch auf dem Exagium von Konstantinopel des Theodosius I. und Arcadius 3 9 gibt es ein Kreuz. 4 0 Aber auf dem Exagium von Honorius, Arcadius und Theodosius II. (402-408) ist über dem mittleren der drei Kaiserbrustbilder schon das Kreuz zu sehen. 4 1 Der Zeitpunkt ist durch ein anderes, ebenfalls rundes Exagium von Konstantinopel noch genauer einzugrenzen. Dessen Inschrift auf der Rückseite lautet: exag(ium) sol(idi) sub v(iro) inl(ustri) Iohanni com(iti) s(acrarum) l(argitionum) . Schatzkämmerer Johannes ist eine bekannte Person: Er versah diese Funktion 404. 4- Auf der Vorderseite des Exagiums befindet sich über den Köpfen von Honorius, Arcadius und Theodosius II. ein Kreuz: 4 3 Das Kreuz erscheint am Anfang des 5. Jahrhunderts auf den Exagien. Demnach konnte man schon am Anfang des 5. Jahrhunderts in Sirmium ein Meßgefäß gefertigt haben, dessen Inschrift mit einem Kreuz beginnt, und wegen des den Text einleitenden Kreuzes konnte das Hohlmaß nicht früher als 400 n. Chr. entstanden sein. Die Form des Kreuzes ermöglicht eine weitere Präzisierung (Abb. 5b). Das Kreuz mit fischschwänzigen Balkenenden kommt auf den Darstellungen aus dem 5-6. Jahrhundert selten vor. Häufiger ist, daß die Enden der Kreuzbalken sich zwar etwas bogig teilen, aber der Abschluß des Balkenendes gerade ist. Die mit dem Kreuz auf dem Meßgefäß übereinstimmende Form kommt auf sigillata chiara­Gefäßen vor 4 4 (Monogrammkreuz, Abb. 5c). Diese Sigillateti werden auf um 500 datiert. Auf dem Meßgefäß von Sirmium enden die Kreuzbalken ebenso. Die Kreuzform findet sich auch auf einem Gewicht: Ein auf 532-533 datiertes Gewicht (Musée du Louvre) ziert ein solches Kreuz, dessen Balkenenden sich fischschwan­zartig teilen 4 5 (Abb. 5d). Die Kreuzform bestätigt also die auf der Namensform Sermium gründende Folgerung. Demnach kann das Meßgefäß vom Ende des 5. bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts hergestellt worden sein. Das Meßgefäß befand sich im Besitz der Kirche von Sirmium. Die Frage ist, ob es die christliche Gemeinde benutzte, oder man es an sicherem Ort für die amtliche Benutzung aufbewahrte, im Besitz der christlichen Gemeinde? Wir wis­sen, daß die authentisierten Meßgefäße in der frühen Kaiserzeit häufig in Kirchen aufbewahrt wurden. 4 6 Dieser Brauch bestand nach Justinianscher Verordnung auch in christlicher Zeit: lias mensuras et pondera in sanctissima uniuscuiusque civitatis ecclesia servari, ut secundum ea extra gravamen collatorum et fiscalium illatio et militares et aliae expensae fiant. 4 7 « Babelon 1892, 876: Abb. 2849-2850, Schtumberger 1895, 26-29; Göhl 103-198; Pink 1938; de Palo! 1949, 128-150; Gerasimov 1973, 54-58; Dürr 1964, 65-106. ss Dürr 1964. ss Dürr 1964, 84. Nr. 281 « Dürr 1964, 84. Nr. 277 4' Dürr 1964, 84. Nr. 278 4 2 PI. RE II. 593, Iohannes 1. ]. R. Martindale beruft sich dagegen nicht auf das Gen fei Exagium. 4 3 Dürr 1964, 84, Nr. 279. „surmonté d'une croix", auf dem kleinformatigen Foto allerdings kaum zu erkennen. Gut zu sehen ist es aber auf dem anderen Exemplar des Exagiums, das Babelon 1892, 876. fig. 2849 veröffentlichte. 4 4 Hayes 1972, Typ 300, Fig. 78 und: Spätantiken zwischen Heidentum und Christentum, hrsg. von J. Garbsch - B. Overbeck, München 1989, 150, Nr. 127 « Babelon 1892, 876. flg. 2850 « Mommsen 1887, 500; Babelon 1892, 876; Liebenam 1900, 367. 4' lust. Nov. CXXVIII, 15

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