Folia archeologica 51.
Endre Tóth: Római űrmértékek a Magyar Nemzeti Múzeumban
FOLIA ARCHAEOI.OGICA LI. 2003-2004. BUDAPEST RÖMISCHE HOHLMAßE IM UNGARISCHEN NATION AI.MUSEUM Endre TÓTH Meßgefäße gehören nicht zu den häufigen Fundstücken. Unter Berücksichtigung der kleinen Einheiten sind nur einige Hohlmaße mit Inschrift 1 aus Antiochia, Transdierna, Nis, Sirmium, S. Agata Battiati (Sizilien) und Demerey (Chalon-surSaon) veröffentlicht worden. Unversehrt erhaltene oder beschädigte Hohlmaße ohne Inschrift liegen gewiß noch in Museumssammlungen; im Ungarischen Nationalmuseum befinden sich drei Hohlmaße: ein kleines Bronzegefäß ohne Inschrift (Fundort unbekannt), ein anderes aus Potaissa (Turda/Torda, Rumänien), dessen Inschrift ich 1981 veröffentlichte, ohne aber die Bestimmung des beschädigten Stückes zu erkennen. 2 Die Datierung des Hohlmaßes von Tarján konnte ich seit seiner Publizierung genauer bestimmen. 3 In dieser Studie veröffentliche ich alle drei Hohlmaße. 1. Bronzenes Hohlmaß, Inv.-Nr. 54.5.50 (Abb. 1). Fundort unbekannt. Das zylindrische Gefäß hat keinen Rand, es wurde vermutlich gegossen. 4 Auf dem Zylinder sind zwei runde Flecken untereinander zu erkennen, die vielleicht die Ansatzflächen des Henkels des kleinen Gefäßes waren; dort ist die Gefäßwand eingedrückt. In die senkrechte Gefäßwand wurden dreimal vier parallele Linien und auf dem Boden konzentrische Kreise (3 4-2 + 2) eingraviert. Innen-Dm: 7,7 cm, Innen-H: 7,5 cm, Wand-D: 1,5 mm, Rauminhalt 0,358 cm 3. Das Gefäß hat keine Inschrift, weshalb sich aus seinem Rauminhalt schließen läßt, welcher Maßeinheit das Gefäß entspricht und was mit ihm gemessen wurde. Sein Rauminhalt von 0,358 1 entspricht beim Messen von Wasser (und Wein) einem Gewicht von 13,5 Unzen, was nicht als Maßeinheit zu betrachten ist. Mit dem Gefäß wurde also kein Wasser (Wein oder Essig) gemessen. Der Rauminhalt des Gefäßes (0,358 cm 3) kommt einer Libra von 326 g nahe, ist aber größer als diese. Deshalb ist anzunehmen, daß eine Flüssigkeit mit ihm gemessen wurde, die leichter als Wasser ist; deren Einheitsgewichtmenge größer als der Rauminhalt des Wassers (Weins) ist. Da der Unterschied nicht allzu groß ist, kann an Öl gedacht werden. Die Relation des Rauminhalts von Wasser und Ol ist 9 : 10. Wenn mit dem Gefäß Ol gemessen wurde, ist folgende Lösung möglich: 358:10 = 35,8x9 = 322,2, demnach liegt der Rauminhalt von 322,2 g Ol bei 358 cm 3. Die 322 g kommen dem Gewicht der Libra (326 g) sehr nahe. Deshalb wurde mit dem Gefäß wahrscheinlich Ol in der Gewichtseinheit von 12 Unzen (uncia) gemessen. 2. Bronzenes Hohlmaßfragment, Inv.-Nr. 130.19081 (Abb. 2). Fundort: Torda (Turda, Potaissa, Rumänien). Den Gegenstand kaufte das Ungarische Nationalmuseum 1908 aus der Sammlung von Imre Botár an. 5 In seiner jetzigen 1 Siehe beiliegende Tabelle. 2 Tóth 1981, 165-166: Ich hielt das Fragment für den Teil einer Wasserleitung, gegenüber Gábor Finálys richtiger Bestimmung (Archäologischer Anzeiger 1909, Bbl. 299), der es für ein Meßgerät hielt. » Tóth 2000. 4 Denn an der Gefaßwand ist die Spur einer senkrechten Anfügung zu erkennen, als habe man den Zylindermantel aus Blech gebogen. Am Boden fehlt diese Anfügung jedoch, s Ardevan-Rusu 1979, 387.