Folia archeologica 51.

Endre Tóth: Római űrmértékek a Magyar Nemzeti Múzeumban

140 ENDRE TÓ TH Form erinnert der vermutlich gegossene Bronzegegenstand an ein zusammenge­drücktes Rohr. Durch die Beschädigung ist der runde Mund oval abgeflacht. Das eine Ende mit einem etwas auskragen­den waagerechten Rand ist verdickt: Dies war der Gefäßmund. Der Gegenstand verbreitert sich in Gegenrichtung des Mundes. Das andere Ende ist unregelmäßig abgebrochen, sein Boden fehlt. Ursprünglich kann das Gefäß Kegelstumpfform gehabt haben. Unter dem Rand, 15 mm links von der ersten Inschriftzeile, ist die obere Ansatzfläche des Henkels zu erkennen. Fragment-H: 5,3 cm, urspr. Mund-Dm: um 6 cm, Wand-D: am Mund 1 mm, weiter unten dünner. Zwei nahe beieinander unter dem Rand und der Inschrift parallel eingravierte waagerechte Linien sind für Hohlmaße typisch. Inschrift: 6 M(arci) (Au)rel(ii) Cassianus (hedera) / et Veteranus / aediles s(. ..) Die Größe und Form der Buchstaben ist leicht unterschiedlich und wechsel­haft, was dem Material der Bronze zuzuschreiben ist: Die Inschrift wurde nicht von geübter Steinmetzhand ein­graviert. Die Buchstabenhöhe wechselt zwischen 7 und 11 mm. Die falsche Abkürzung des nomen gentile geht wohl darauf zurück, daß man die Anfangsbuchstaben von Vornamen und Namen miteinander verbinden wollte, aber im M das A nicht bezeichnete. Nach den Personennamen gibt ein S zwischen beiden Zeilen die Maßeinheit an; AnEpigr. schlug die Auflösung s(emis) vor; abhängig vom Maß des Gefäßes konnte es auch s(extarius) sein. Zu den Aufgaben der aediles gehörte auch die Beglaubigung der Gewichte, 7 weshalb ihr Name auf dem Bronzegefaß stand. Da wir die Gefaßhöhe und den Bodenumfang nicht kennen, läßt sich auch der Rauminhalt nicht ausrechnen. War es ein Sextarius, hatte er nach römischen Maßen einen Rauminhalt von 0,543 1. Seine Form ähnelt dem kegelstumpfförmi­gen Sextarius von Sirmium. 8 Deshalb ist die Auflösung des s(...) wahrscheinlich s(extarius). Das Hohlmaß ist mit Genauigkeit von einigen Jahrzehnten zu datieren, nicht aufgrund seiner Form, sondern der Nennung der aediles. Potaissa wurde von « AÉ 1983:860; Finály 1909, 299; Daicoviciu 1953, 1018; Barbulescu 1994, 47-48. ^ Mommsen 1887, 499-500; Liebenam 1900,362-367. « Gabricevic 1970, 43. Abb. 1 Hohlmaß von unbekanntem Fundort 1. ábra Űrmérték ismeretlen lelőhelyről

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