Folia archeologica 49-50.
Csaba Tóth: A „szerecsendenár”
DER „SARACHEN-DF.NAR" 355 Titels. Da sie in das Gewichtsystem der Münzen der königlichen Bane hineinpasste (ihr Wert gerade die Hälfte der 1323 geprägten ungarischen Königsdenare ausmachte), und auch ihr Münzbild deren Vorbild folgte, winde sie anfangs „banalis" genannt. Später, parallel mit dem Wertverlust erhielt die Münze im Gegensatz zur Benennung „banalis" den durchaus pejorativer klingenden Namen „denarius". Diese Benennungen kamen aber ausschließlich während der Herrschaft von Karl vor, besonders in den päpstlichen Zehntverzeichnissen zwischen 1332-1337, und hauptsächlich in der Diözese Siebenbürgen. Unter der Herrschaft von Ludwig I. wurde die Palette der Münzbenennungen weniger bunt, neben der einfachen Bestimmung des Titels finden wir nur in den 1370-er Jahren eine Münzbenennung, die aus einem Personennamen abgeleitet wurde, und zwar der „Sarachendenar", dessen Begriff dem „bardus" ähnlich noch nicht ganz geklärt ist. Wir wissen zwar, dass diese Benennung irgendwie mit einem Mitglied der Familie Szerecsen [Sarachen], die in der Finanzverwaltung in der zweiten Hälfte der Herrschaft von Ludwig I. eine bedeutende Rolle spielte, in Zusammenhang gebracht werden kann. (Diese Person war wahrscheinlich János Szerecsen.) Trotzdem läßt ihre bisherige Identifizierung mit einer bestimmten Prägungsgruppe manches zu wünschen übrig. MÜNZPRÄGUNG ZUR ZEIT DER HERRSCHAFT VON LUDWIG I. Am Anfang der Herrschaft von Ludwig I. wurde die Münzprägung von Karl im Grunde genommen ohne Veränderung fortgesetzt, erst Ende der 1350-er Jahre zeigten sich solche Zeichen, die auf eine grundsätzliche Umgestaltung der Münzprägung und der Finanzverwaltung hinweisen. Das seit dem 11. Jahrhundert belegbare System der periodischen Gelderneuerung versuchte man schon lange her aufzuheben, u. a. so kam es z. B. auch zur Emission der Münzen der slawonischen Bane. Obwohl es sich in Slawonien bewährte, machte man in Ungarn ganz bis zum 14. Jahrhundert keinen Versuch, wertbeständige Münzen einzuführen, die jedes Jahr nicht mehr eingelöst werden mussten. Karl I. machte zweimal den Versuch, aber mit geringem Erfolg. Zuerst begann man 1323 diejenigen „királyi banalis" [„königlichen banalis"] genannten Münzen zu prägen, die nach dem Vorbild der originalen Denare der slawonischen Bane angefertigt wurden, und für wertbeständig erklärt wurden. Wir kennen keine genauen Angaben, aber auf Grund indirekter Belege können wir annehmen, dass ihre Emission nach einigen Jahren aufhörte, obwohl sie noch jahrzehntelang im Umlauf waren. Der zweite Versuch erfolgte 1338, und der in diesem Jahr ausgegebene wertbeständige Silberdenar wurde in der gleichen Qualität auch noch im Jahr 1342 — im Todesjahr von Karl - geprägt. Als Ludwig I. den Thron bestieg, wurde das jährliche Gelderneuerungssystem sofort wiederhergestellt und dauerte mindestens bis zur zweiten Hälfte der 1350-er Jahre an, wie es von etwa zwei Dutzend Münztypen belegt wird, die in diese Periode datiert werden können. Irgendwann gegen Ende der 1350-er Jahre begann man diejenigen wertbeständigen Denare von guter Qualität auszugeben, die die Forschung mit zwei Haupttypten identifizierte. Beide Typen wurden in der Fachliteratur nach ihrem charakteristischen Münzbild benannt. Auf dem Avers des so genannten „Sarachenkopf- oder MohrenkopfDenars" sieht man einen Mohrenkopf, auf dem Revers ein Doppelkreuz, auf den „Denaren mit dem Bildnis des Heiligen Ladislaus" sieht man das ungarische