Folia archeologica 49-50.
Csaba Tóth: A „szerecsendenár”
352 CSABA To rn wirklich die Annahme auf der Hand zu liegen, dass es sich um eine zwischen 1387-1390 geprägte Münze handelt, die man parallel mit der Emission eines neueren Typs, beziehungsweise infolge deren „alt" zu nennen begann. Ubereilen wir die Sache trotzdem nicht. Pál Engel bemerkte zuerst, dass zwischen 1386-1390 zwei Münzsorten von unterschiedlichem Wert nebeneinander im Geldumlauf waren. 1 2 Die eine Münze hieß „kleine königliche Münze", und wurde für das „gebräuchliche" Zahlungsmittel gehalten, das war also die offizielle königliche Prägung. 1 3 Demgegenüber wurden die Zahlungen oft in „wahren königlichen Münzen", im „guten" oder „weißen" Denar ausgemacht — offensichtlich wegen der Wertlosigkeit der vorher erwähnten Münze, 1 4 das heißt also, dass gleichzeitig zwei Münzen - ein Denar von guter Qualität und eine königliche Silbermünze von niedrigerem Wert - im Geldverkehr waren. 1390 führte Sigismund eine Geldreform ein, in deren Rahmen es zur Emission eines Denars vom neuen Typ kam. Hundert Stück von diesem neuen Typ war einen Goldgulden wert, er verwahrte seine Qualität ganz bis Anfang des 15. Jahrhunderts. 1 5 Aber auch die kleinen Denare wurden parallel damit weiter geprägt, und auch der rätselhafte „bardus" blieb im Geldverkehr im Gebrauch. Das Wertverhältnis dieser drei Münztypen wird in den zeitgenössischen Quellen genau angegeben. Laut deren waren zwei kleine Denare einen „bardus" wert, und drei kleine Denare einen neuen königlichen Denar wert. 1 1' Aus den vorher Gesagten folgt also, dass es schon am Anfang der Herrschaft von Sigismund einen gewissen Denar von gutem Wert gab, der von höherem Wert war, als die von Sigismund, und augenscheinlich auch von Maria ausgegebenen Kleinmünzen. Diesen Denar von guter Qualität - der erst von der seit 1390 eingeführten neuen königlichen Prägung übertroffen wurde begann man später „bardus", dann „obardus" zu nennen. Offensichtlich wurde also der „bardus" nicht von Sigismund zwischen 1387-1390 geprägt lassen, da diese Münze schon am Anfang der Herrschaft von Sigismund existierte. Ein Teil der Zahlungen erfolgte aber noch etwa zwei Jahrzehnte lang unter der Herrschaft von Sigismund mit dieser Münze guter Qualität, wie Pál Engel schreibt: ...mit der vor 1382 geprägten königlichen Münze, die zur Zeit von Sigismund bardus, dann „alter bardus" (antiquus bardus), ungarisch „obardus" (obardus) genannt wurde. 17 Aber diese Benennung war auf dem ganzen Territorium des Landes nicht im ausschließlichen Gebrauch, und nur aus den angegebenen Geldwertverhältnissen können wir darauf schließen, dass bei den einzelnen Zahlungen in Denar von derselben Münze die Rede ist, wofür genauso gerechnet wurde, als in den letzten Jahren der Herrschaft von Ludwig dem Großen. Zusammenfassend kann man mit relativ großer Sicherheit behaupten, dass man unter dem Ausdruck „bardus" einen im Mittelalter Ende der Herrschaft von Ludwig I. geprägten Münztyp verstand. Diese Feststellung bedeutet einen wichEngel 1990. 67-68. 1 3 1387. VII. 1. „parva moneta regalis" Zs.1.131, 1388.1.14. dieselbe Zs.1.398; 1388. „moneta usualis" Zs. 1.421; 1390. „pensa monete usualis ac pro tempore currentis" Zs. 1.1205. 1 1 1388. „in pura et prompta pecunia ac vera moneta regali" Zs.1.393: 1389. „marca denariorum alborum" Zs.1.990, etwa daran anschließend 1391. „bonorum denariorum bardorum". Zs. 1.2292. 1 5 Man muss hinzufügen, dass manchmal auch der „bardus" so gerechnet wurde. "' 1393.unam novam monetam pro tribus numpnis parvis, antiquam vero monetam vulgo Bardus dictam pro duobus duntaxat numpmis parvis dando et recipiendo Zs. 1.2980. 1394. ad numerimi simplicium denariorum, scilicet unum bardus duobus, unum novum dcnariuni pro tribus simplicibus.P.VIII.419. 1 7 Engel 1990. 67.