Folia archeologica 49-50.
Csaba Tóth: A „szerecsendenár”
350 CSABA T o rn Erklärung übernahm. 3 Antal Bartal trennte die Ausdrücke „bardus" und „obardus", der in den Quellen gleicherweise oft vorkommt, voneinander. Den ersten Ausdruck hielt er - wahrscheinlich nach Rupp - für die Benennung einer ausländischen Münze, den anderen brachte er aber schon mit der „Barte" [ungarisch: bárd] in Zusammenhang, die als Attribut des Heiligen Ladislaus auf ungarischen Münzen aufzufinden ist. 4 Einige Jahre später machte József Ernyey eine neue, von den bisherigen ganz abweichende Hypothese, die er in mehreren Mitteilungen, in immer entwickelteren Varianten veröffentlichte. 5 Seiner Meinung nach beziehen sich die Ausdrücke „bardus, bardo, obardus" auf dieselbe Münze, können aber mit der Barte des Heiligen Ladislaus nicht in Zusammenhang gebracht werden. Da er den Gebrauch der ungarischen Münzbenennungen im Mittelalter tiefgreifend untersuchte, machte er die Schlussfolgerung, dass diese Münzbenennung eigentlich aus einem Familiennamen stammt, und zwar aus dem Familiennamen Onoffrius Bardi, welche Familie in der Finanzverwaltung von König Sigismund eine bedeutende Rolle spielte. Er vertrat die Meinung, dass es in Ungarn im Mittelalter im Gebrauch war, die einzelnen Münztypen immer nach dem Kammergrafen, der die Münze ausgab, beziehungsweise nach einem anderen königlichen Beamten, der die Ausgabe der Münze leitete, oder nach dem Namen der Prägekammer benannt wurden. 6 Letztens fasste Lajos Huszár zusammen, was man vom „bardus" weiß. 7 Huszár ging davon aus, dass der Ausdruck in den Quellen zuerst 1389 erwähnt, von 1391 an ab und zu „alt" genannt, dann seit 1395 geändert als „obardus", das heißt alter „bardus" erwähnt wurde. Aus dem zeitlichen Intervall der Erwähnungen, sowie aus den feststellbaren Münzwertverhältnissen schloss er darauf, dass es ausschließlich um eine Münze von Sigismund handeln kann, wir haben also mit einer ungarischen Prägung zu tun. Als nächster Schritt versuchte er diese Benennung mit einem konkreten Miinztyp zu identifizieren. Da es allgemein bekannt war, dass Sigismund seit 1390 eine Münze vom neuen Typ prägen ließ, deren Wertverhältnis zum „bardus" die Quellen übrigens eindeutig angeben, kann nur von einer vor 1390 geprägten Münze die Rede sein. Da diese neue Münze von Zeit zu Zeit auch „hosszú keresztes dénár" [„Denar mit langem Kreuz"] genannt wurde, war es nicht schwer, unter den Münzen von Sigismund den Typ II. 576. (GNH. II. 121.) 8 zu finden, mit welchem Typ auf Grund dessen Münzbildes diese Benennung völlig übereinstimmt. Aus der Analyse der Münzfunde stellte sich außerdem heraus, dass der Typ H. 575. (GNH. II. 120.) sicher früher ausgegeben wurde, es kann also nur dieser Typ mit dem „bardus" identifiziert werden. Huszár war damit im Klaren, dass zur Zeit von Sigismund nur auf zwei Münztypen die Darstellung des Heiligen Ladislaus, und damit zusammen die Barte vorkommen, und zwar auf dem Goldgulden H. 572-574. (GNH. II. 118-119.) und auf der kleinen Silbermünze, dem Ducat H.564. (GNH. II. 128.). Da es aus den Quellen eindeutig zu folgern war, dass es um eine Silbermünze geht, konnte man den Goldgulden ausschließen. Zur Ducat genannten kleinen Münze passte hingegen das Wertverhältnis nicht, außerdem wurde der Ducat drei Jahrzehnte später geprägt, als der „bardus" 3 SchuUk 1931-1932. 60-67. 1 Bartal 1901. 69, 447. 5 Ernyey 1914, 1916a, 1916b. 6 a nép eszejárásával valahogyan ellenkezett pénzt a rajta lévő képről nevezni el." [".. irgendwie war es für die Denkart des Volkes widrig, eine Münze nach ihrem Münzbild zu benennen."] Ernyey 1916a. 113. Ernyey bemerkte nicht, dass man genauso oft auch nach der Darstellung des Münzbildes Benennungen gebildet wurden. 7 Huszár 1956, Huszár 1958. 76-77. s H=Huszár 1979; CNH.II-Réth 1907