Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

340 ENDRF, TÓTH die Gestalt der Apostel ein, sondern auf einzelnen Platten zieht sich bei der Schulter auch ein waagerechtes Band hin, das die Verzierung neben dem Körper der Apostel von der Ranken- und Tierornamentik über dem Kopf trennt. Das trennende Band teilt die Apostelplatten in zwei Gruppen. Die Schulterlinie findet sich auf den Platten der Apostel Paulus, Jakobus und Thomas, sie fehlt dagegen auf denen von Petrus, Andreas, Philippus und Johannes. Weil die Platte von Apostel Bartholomäus nur noch fragmentarisch erhalten ist, fehlen sowohl ihre Verzierung als auch ihre Schulterlinie. Zwischen der Verwendung der Schulterlinie und der Ornamentik gibt es Regelmäßigkeiten. Die identischen Ziermotive kommen paarweise vor. Der Unter­schied liegt in der Existenz der Schulterlinie. Die Identität der Hintergrundverzie­rungen zeigt sich nicht nur im senkrechten Feld neben den Gestalten, sondern auch bei der Tier- oder Rankendarstellung neben dem Kopf. Neben dem Petrus­kopf befindet sich je ein „Löwe", neben seinem Körper ein Stufenmuster; ebenso ist die Jakobusplatte gestaltet, nur eben mit Schulterlinie. Neben dem Andreas­kopf befindet sich je ein Vogel, neben seinem Körper eine Rosettenreihe. Ebenso ist die Paulusplatte verziert, aber mit Schulterlinie. Neben dem Kopf und dem Körper von Philippus verlaufen Ranken. Dasselbe ist auch auf der Thomasplatte zu sehen - mit Schulterlinie. Bei Johannes ändert sich das Verzierungssystem. Neben seinem Kopf befinden sich Vögel, und die Muster an beiden Seiten seines Körpers sind verschieden, auf der rechten Seite eine Rosettenreihe, auf der linken eine Ranke. Den Körper des Evangelisten Johannes faßte also kein identisches Muster ein, sondern man kombinierte zwei bei den übrigen Aposteln verwendete Verzierungen. Zur Verzierung der Apostelplatten wurden drei Motive verwendet: Stufenmus­ter, Rosettenreihe und Rankenverzierung. Diese Muster reichen nur für die Verzierung von drei Platten. Wenn wir die drei Motive gemäß der Johannesplatte miteinander variieren, erhalten wir drei weitere Varianten: Rosette und Ranke, Stufenmuster und Rosette, Ranke und Stufenmuster. Die so gewonnenen Varian­ten reichen für die Verzierung von insgesamt sechs Platten. Berücksichtigen wir auch die Schulterlinie, die wir ja wegen der drei erhaltenen Plattenpaare berücksichtigen müssen, dann ergibt die Zahl der Varianten ebenso zwölf wie die Zahl der Apostel 5 9 (Abb. 15). Folglich begründen zwei Umstände die Folgerung, daß ursprünglich nicht die Zellenemailplatten von acht, sondern von zwölf Apos­teln angefertigt wurden. Die fehlenden vier Apostelplatten wurden wahrscheinlich deshalb nicht verwendet, weil die Krone, wenn man diese Platten ebenfalls auf den Bändern montiert hätte, höher als üblich geworden wäre. 1' 0 Natürlich ist der Gedankengang über die Zahl der Apostelplatten hypothe­tisch, er beruht jedoch auf der tatsächlichen Anzahl der Apostel und auf dem Verzierungssystem der Apostelplatten der Krone. In Ungarn gibt es keine den Apostelplatten ähnelnde Emaillen hervorragender Qualität. Deshalb ist es mög­lich, daß die Apostelplatten von einem anderen Goldschmiedegegenstand auf die Krone ummontiert wurden. Dieser Gegenstand war offensichtlich ein sakrales, liturgisches Gerät. Möglicherweise hatte die die Verzierung in zwei Gruppen teilende Schulterlinie eine gewisse Ordnungsfunktion. Denn es ist kaum vorstell­bar, daß auf einer Seite des früheren Gegenstandes nur die Platten mit Schulter­5 9 Die Verzierungsvarianten lassen sich natürlich vermehren, wenn wir auch die rechts-und linksseitige Stellung der Seitenverzierungen berücksichtigen. Dies bedeutet auch, daß wir bei vier Platten nicht feststellen können, welche Verzierung sich auf der rechten und welche auf der linken Seite befand. ,i 0 Die heutige Höhe der Krone beträgt ohne Kreuz 18 cm. Vor ihrer Beschädigung im 17. Jh. kann sie 1—1,5 cm höher gewesen sein.

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