Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

DIE UNGARISCHE HEILIGE KRONE 341 linie und auf der anderen die ohne Schulterlinie angebracht waren. Das System kennen wir nicht. Bekannt sind dagegen die unterschiedlichen Namensreihen der Apostel in der Bibel sowie die Tatsache, daß sich die Schulterlinie auf der Paulusplatte findet, während sie auf der Petrusplatte fehlt. Dieser Unterschied erlaubt eine Anordnung der Anbringung und Gruppierung der Platten, bei cler die beiden Gruppen von Apostelplatten sich gemäß der Schulterlinie abwechsel­ten. Reihen wir die Platten entsprechend der biblischen und dem Meßkanon gemäßen Namensreihen 6 1 aneinander, in achsensymmetrischer Anordnung (li­near oder in Form einer Buchtafel), dann gelingt es nicht, die Platten so neben­oder untereinander zu setzen, daß die Platten mit und ohne Schulterlinie einan­der abwechseln. Nehmen wir aus der Apostelreihe den Evangelisten Johannes he­raus, dann lassen sich nach der Namensreihe im Markusevangelium die Apostel­platten so zusammenstellen, daß sich die Platten mit und ohne Schulterlinie abwechseln (Abb. 16). Ist die Herausnahme des Evangelisten Johannes aus der Reihe durch irgendetwas begründet? Theoretisch dadurch, daß dieser Apostel ein Evangelist war. Auf Stücken, die durch Apostelbilder verziert sind, können wir damit rechnen, daß die Portraits der Evangelisten (oder ihre Symbole) aus der Apostelreihe herausgenommen und gesondert untergebracht wurden. In diesem Fall bekommt die Beobachtung Bedeutung, von der bisher nicht die Rede war: Die Zellenemailplatte des Evangelisten Johannes unterscheidet sich von den übrigen Apostelplatten. Die nicht unwesentlichen Unterschiede sind in der Farbe des Emails und in der Zellenführung gut zu beobachten. Bei Betrachtung der Krone fällt sofort auf, daß die Farbe der Johannesplatte dunkler getönt ist als die der übrigen Platten: Auf der Johannesplatte ist das Email am Oberrand der Platte, im Inschriftenfeld erkennbar von dunklerem Blau. Auch die Haarfarbe des Evangelisten ist dunkler bläulich als bei den übrigen Aposteln, bei denen die blaßblaue Haarfarbe das graue Haar angibt. Auch die blaue Farbe seiner Tunika und der Ornamentik ist dunkler. Wie schon Eva Kovács bemerkt hat, 6 2 ist die Verwendung der weißen und roten Farbe in den Falten seines grünen Mantels auf dem rechten Knie unorganisch. Nicht unwesentlich ist auch die Regularität, die sich in den Farben der Tracht der Apostel zeigt. Die Apostel tragen einen blauen oder grünen Mantel und eine blaue oder grüne Tunika. Petrus und Paulus tragen übereinstimmend blaue Tunika und grünen Mantel. Der Evangelist Johannes trägt Gewänder in mit denen der Hauptapostel übereinstimmenden Farben. Auf den übrigen erhaltenen Platten sind die Farben der Apostelkleider umgekehrt: sie tragen einheitlich grüne Tunika und blauen Mantel. Diese Farbverwendung mag auf die Hervorhebung des Johannes (bzw. der Evangelisten) hindeuten. Unter­schiedlich ist auch die Rosette, die die Namensinschrift (SCSJOhNS) umgibt, die auf den übrigen Platten fehlt. An der Zellenzeichnung des Haares des Evangelisten Johannes lassen sich Unterschiede gegenüber den übrigen Aposteln beobachten (Abb. 17). Cha­rakteristisch für die schematische Haargestaltung der übrigen Apostel ist, daß in der Achse des Gesichtes ein kleiner Halbkreis die „Haarlocken" teilt: der Halbkreis ist zum Gesicht hin offen. Bei dei' Haartracht des Evangelisten Johannes ist die Zellenführung umgekehrt: von den Haarlocken aus verläuft der Halbkreis zur Stirn hin. Des weiteren geben die Zellen nur den äußeren Umriß der Haarlocken 6 1 Mt 10, 25, Mk 3, 13, Lk 6, 14, Apg 1,13. « 2 Kovács 1982, 241

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