Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

324 ENDRF, TÓTH beschränkt werden: Deshalb war es gleich, ob auf die Krone acht oder nur sieben bzw. sechs Apostelbilder montiert wurden. Wären die Emailbilder der Apostel bei der endgültigen Zusammensetzung der Krone gefertigt worden, hätte es genügt, sechs oder sieben herzustellen, da die weiteren beiden Bilder auf der Krone nicht zu sehen sind. Da dennoch acht Apostelbilder auf die Krone montiert wurden (Abb. 3), ist das nur so zu erklären, daß man acht (oder zwölf) zur Verfügung hatte und man möglichst viele Apostelbilder von dem umgestalteten Goldschmiedege­genstand auf die Krone übertragen wollte. Der Grund für die Umgestaltung war wahrscheinlich, daß der ursprüngliche Gegenstand besondere sakrale Bedeutung für die königlichen Herrschaftsinsignien besaß. Die Gestaltung des unteren Endes des Kreuzbandes schließt aus, daß die corona latina ein selbständiger Gegenstand gewesen ist. Die Hypothesen, vom Ende der Kreuzbänder sei je ein Apostelbild abgeschnitten worden, sind nicht zu halten. 2 4 Denn an den Bandenden schließt die Filigran- und Steineinfassungsver­zierung ab. Auf dem Basisblech beendet Perlendraht die Verzierung quer in ganzer Breite. 2 5 Darunter folgt eine glatte Anpassungsfläche. Sie war erforderlich, damit sich die Kreuzbänder beim Montieren an den Reif schmiegen. Demnach konnte vom Ende der Bänder eine Fläche, auf die Apostelbilder appliziert waren, nicht abgeschnitten worden sein, und folglich wurden die Kreuzbänder mit Filigran und Steineinlagen der corona latina ausgesprochen für die Uberwölbung der griechischen Krone angefertigt. Die Emailbilder fixiert eine Rahmenfassung auf dem Kreuzband. Die heraushebbaren Emailbilder wurden theoretisch bei der Kronenvereinigung oder früher hergestellt. Zu diesem früheren Gegenstand gehörte jedoch nicht das Kreuzband mit Filigran und Steineinlagen hinzu, 2 6 es wurde zur Uberwölbung der Krone angefertigt. Die Entstehungszeit der Emailbil­der muß unabhängig von den Kreuzbändern mit Filigran und Steinen bestimmt werden. 2 7 Das Kreuzband und seine Verzierung bedeuten die ante quem­Datierung der Emailbilder. Die Zahl von acht Apostelbildern ist daduch bestimmt, daß auf den Kreuzbändern der Krone nicht mehr Bilder Platz fanden. Wenn das Thema der Komposition nicht ein neutestamentliches Ereignis ist, bei dem die zwölf Apostel anwesend waren (letztes Abendmahl, Pfingsten), mußten nicht unbedingt alle zwölf Apostel dargestellt werden. Das Vorkommen von Apostel Paulus zeigt sogar klar, daß die Zusammenstellung kein neutestamentliches Ereignis vergegenwär­tigt, sondern clie seit der Antike übliche, in Wirklichkeit zwar nie bestehende, in liturgischen Texten und bildkünstlerischen Werken jedoch vorkommende Grup­pierung von Aposteln. 2 4 Überraschenderweise schrieb Eva Kovács selbst noch in ihren Studien von 1982 und 1986 darüber, daß von den Enden der Bänder Apostelbilder abgeschnitten worden seien: Kovács 1982, 242, 1986, 242. Hat sie nach 1978 die Krone nicht aus der Nähe betrachtet? 2 5 Arn Ende des Andreas- und des Thomas-Bandes ist an der linken Seite zu sehen, daß der Perlendraht bis zum Rand des Bleches verläuft und auch die Perlen in ihrer Fassung blieben. Am Ende des Philippus-Bandes wurden die Steine entfernt. Unten am Bartholomäus-Band sieht man auf der rechten Seite, daß der das Muster abschließende Perlendraht das Band in voller Breite abschließt. Bei der Ausbesserung der Beschädigungen, die die Krone im 17. Jh. (?) erlitt (s. Anm.31.), wurde allerdings von der Anschlußfläche an den Bandenden vermutlich eine kleiner, 1-2 cm breiter, beschädigter Streifen abgeschnitten. 2 6 Die Rekonstruktion der lateinischen Krone von Fr. Bock und A. Ipolyi hielt auch die Bänder mit Filigran und Steinen für Teile der früheren Krone. Béla Czobors reifenförmige Rekonstruktion besitzt die Filigranumrahmung nicht (Abbildung der Rekonstruktion: Deér 1966, Taf. 128—129). 2 7 Deshalb kann die Krone des Hildesheimer Oswald-Reliquiars (C. M. Fandrey, Das Oswald-Reliquiar im Hildesheimer Domschatz, Göppingen 1987) nicht zur Datierung der Emailbilder verwendet werden. Die Krone hatte Magda v. Bárány Oberschall in die Forschung einbezogen, Bárány-Oberschall 1961, 31 und 1974, 37.

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