Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

DIE UNGARISCHE HEILIGE KRONE 325 Das Kreuzband der Krone wurde mit einer gut geplanten Ikonographie hergestellt. Dies läßt sich mit der Zahl und vielleicht mit den Farben der verwendeten Steine und mit der Anordnung der Apostelbilder beweisen. Auf den Bändern wechseln sich im filigranverzierten Feld Almandine lind echte Perlen miteinander ab. Die Pantokrator-Platte umrahmen 12 Almandine und 12 echte Perlen. Auf einem Band sitzen 15, also auf allen vier zusammen 60 Perlen. Mit der Mittelplatte beträgt ihre Zahl 72, übereinstimmend mit der Zahl der größeren Jüngergruppe Christi. Daran darf man deshalb denken, weil das Pantokrator-Bild 12 Perlen einfassen, übereinstimmend mit der Jüngerzahl (Abb. 2). Die 12 Perlen auf der Pantokrator-Platte können auch, ähnlich wie auf der Reichskrone, 2 8 als die zwölf Tore des himmlischen Jerusalem 2' 1 gedeutet werden. Vielleicht ist es auch kein Zufall, daß sich nur weiße und rote Steine abwechseln: Diese Farben sind die Familienfarben der Königsfamilie, des Arpadenhauses. Am Schnittpunkt der Bänder wurde das Pantokrator-Bild 3 0 aufmontiert, und auf den vier Bändern wurden die acht Apostelbilder befestigt (Petrus—Andreas, Paulus-Philippus, Johannes-Bartholomäus, Jakobus-Thomas, Abb. 7-12). Ihre Köpfe sind zum Pantokrator und ihre Füße zum Reif hin gerichtet. Die Apostel­bilder wurden in einer bestimmten Ordnung auf den Kreuzbändern angebracht. Die Bilder umgeben den Pantokrator nach der Reihenfolge ihrer Namen in der Apostelgeschichte (1,13). Da der Gegenstand eine zentrale Form hat, konnte keine achssymmetrische Anordnung befolgt werden. Dieses Ordnungsprinzip war die der Kreuzform des Bandes entsprechende Lösung (Abb. 3). Stellen wir die in Kreuzform angebrachten Apostel in eine Reihe, erhalten wir folgende Namen­reihe: Petrus, Paulus, Johannes, Jakobus, Andreas, Philippus, Bartholomäus und Thomas. In der Apostelgeschichte steht allerdings Thomas vor Bartholomäus. Diese Vertauschung ist erklärbar. Die beiden Apostel auf der Vorder- und Rückseite der Krone wurden gewiß anläßlich einer-vermutlich frühneuzeitlichen - Reparatur vertauscht. Die Krone erlitt nämlich zwischen 1608 und 1784 einen schweren Unfall. 3 1 Dabei wurde der obere Kreuzknopf eingedrückt, cler Kreuz­schaft verbogen und drei Teile des Kreuzbandes zerbrachen. 3 2 Ganz sicher wurde Decker—Hauff 1955, 589, Staats 197«, 53 Apoc. 21, 21: Caelestris urbs Jerusalem: ... Et duodecim portar, duodecim margaritae sunt, per singulas; et singulaeportae erant ex singulis margaritis ... Die Zugehörigkeit der Pantokrator-Platte zu den Apostelplatten ist nicht beweisbar. Dagegen spricht nicht in erster I.inie die abweichende Emailtechnik, sondern die Relationen der Apostel und Christi, die verschiedene Zellenzeichnung der Gesichter sind unterschiedlich. Für nicht zu den Apostelplatten gehörig hielt die Christus-Platte Kádár Z.. A „Dukasz-korona" ikonográfiája és ikonológiája (Ikonographie und Ikonologie der „Dukas"-Krone), in: Egyházak a változó világban, Esztergom 1991, 209-212. 5 1 Bei der Beschädigung wurde der obere Knopf auf dem Kreuz eingedrückt und die das Kreuz haltende Schraube verbog sich, während die Kreuzbänder ins Kroneninnere gepreßt wurden, wodurch ein Band an zwei Stellen und zwei Bänder an je einer Stelle in ganzer Breite zerbrachen. Nur ein Band blieb unversehrt. Da die empfindlichsten Teile der Krone, die Giebelzierden in email a /«Mi-Technik, unversehrt blieben, muß die Krone einem heftigen, aber kurz darauf aufhörenden Druck von oben unterworfen worden sein. Deshalb wurden die Giebelzierden nicht mehr beschädigt. Da die Krone nur vor einer großen Öffentlichkeit „lebte", ist die Beschädigung wahrscheinlich beim Zurücklegen der Insignien nach einer Krönung eingetreten: Die Krone war noch nicht entsprechend in ihrer Eisentruhe untergebracht, als der Deckel auf sie fiel. Da aufrecht wirklichkeitsgetreuen Darstellungen der Krone vom Anfang des 17. Jh. das Kreuz noch gerade steht, ist die Beschädigung später eingetreten. Auf den Kronenabbildungen von 1792 ist das Kreuz bereits schief. Ein möglicher Beschädigungszeitpunkt ist die Krönung des Kindes Joseph I. 1687. Denn in den erhaltenen Schließungsprotokollen der Kronentruhe fehlt dieses eine Jahr (Szvitek K—Tóth E., A magyar koronázási jelvények iratai [Schriften der ungarischen Krönungsinsignien], Bibliotheca Humanitatis, Budapest 2002). Möglicherweise wollte man das Geschehene nicht im Protokoll festhalten. Die Beschädigungen verzeichnet Ipolyi 1886, 141, Abb. 6.

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