Folia archeologica 49-50.

Zsolt Mráv: Egy litterae aureae felirat Intercisából

222 ZSOLT MRÁV Abb. 10 Bi onzevergoldeter I-Buchstabe aus der principia des Auxiliarkastells Intercisa (Grabung von Zs. Visy 1975) 10. ábra Aranyozott bronz I betű az intercisai tábor principi a\kbó\. Visy Zs. ásatása 1975 ist zweimal, der rechte dagegen nur einmal verdübelt. Die Löcher wurden also ohne jedes System gebohrt.) Vor dem A-Buchstaben ist das rechteckige Loch eines das untere Ende eines senkrechten hasta fixierenden Dübels erkennbar. In der ersten Zeile blieben folglich die Buchstaben [—]IA erhalten. Die beiden letzten Buchstaben haben weder zu einem abgekürzten, noch einem abgetrennten, sondern gewiss zu einem ausgeschriebenen Wort gehört. Unter den sich anbietenden Möglichkeiten der Wortendungen: [—]IA, [—]HA, [—]NA bzw. [— ]MA ist für das Ende der ersten Zeile der Inschrift nur die Form [—]IA denkbar. 43 Zu ihrer Ergänzung eignet sich lediglich die Dedikationsformel [pro salute et victorjia, die bei der überwiegenden Mehrzahl der Inschriften am Anfang des Textes steht. In Pannonién charakterisiert diese Formel in erster Linie die zur Herrschaftszeit Caracallas entstandenen Inschriften - eine häufige, ja geradezu unerläßliche Wendung ist sie vor allem an den Altären und in Tempelbauinschrif­ten, die einer dem Kaiser besonders nahestehenden Gottheit, dem über kosmische Macht verfügenden, heilenden und siegbringenden Sarapis, dediziert sind. (An diese alexandrinische Gottheit dürfte sich der zum Feldzug rüstende, kranke Imperator in Pannonién - zugleich der Provinzelite mit gutem Beispiel vorange­4 3 Die Wortendung [—]MA ist nicht interpretierbar, während die Endung [—)NA nur als auszeichnendes Attribut einer Truppe: [—Antoninia] na in Betracht kommen kann. Doch die im Nominativ stehende Bezeichnung einer Truppe in der ersten Zeile der Inschrift wäre überaus ungewohnt.

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