Folia archeologica 45.

Dienes István: A honfoglalás kori magyar kovácsok egyik mesterfogásáról (Jegyzetekkel ellátta: Fodor István)

ÜBER EINEN KUNSTGRIFF DER UNGARISCHEN SCHMIEDE AUS DER ZEIT DER UNGARISCHEN LANDNAHME Im Jahre 1971 legte István Dienes in det Gemarkung von Tiszavasvári (Komi­tat Szabolcs-Szatmár-Bereg) ein aus zwanzig Gräbern bestehendes Gräberfeld aus der Landnahmezeit frei, in dessen Grab Nr. 1 er einen Säbel typischer Form fand (Abb. 1). Der Verfasser rekonstruiert den Verfertigungsgang und die Form der tauschiert;en Verzierung der in schadhaftem Zustande zum Vorschein gekomme­nen Waffe (Abb. 2, 1-2). Die hölzerne Säbelscheide wurde aus zwei Teilen zusammengestellt, auf der Innenseite wurde je eine Aushöhlung für die Klinge gemacht (Abb. 3, 3-4). Die Blutrinne der Klinge wurde ausgehämmert (Abb. 3, 1-2). Das aus Silber- und Bronzefaden gedrehte Geflecht wurde in die sich utnen verbreiternden Rillen, welche auf der verzierten Oberfläche ausgehöhlt wurden, eingehämmert, dann wurden ihre Oberfläche abgeflacht und glattgeschliffen (Abb. 3, 5-7). Die Hänge­ösen des Säbels sind halbkreisförmig ausgestaltet, darin wurde Holz mit ähnlicher Form eingesetzt, und daran wurde der Tragriemen angenietet (Abb. 4, a-e). Die Vorderseite der Hängeösen wurde hie unci da mit Beschlägen verziert, wie bei dem Säbel ovn Tiszafüred (Abb. 5). Die Hängeösen wurden mit Metallbändern an die Scheide befestigt (Abb. 4, 9). Auf der Parierstange, auf der Hängeöse, sowie auf deren Bändern des Säbels von Tiszavasvári kann man die Spuren der Tau­schierung mit sog. Ährenmotiv entdecken (Abb. 3, 7; Abb. 4, 10; Abb. 6). Dieses Ahrenmotiv entstand dadurch, daf3 man je einen Draht aus Silber bzw. aus Bronze in entgegensetzter Richtung zusammengedreht hatte und dann diese beiden Drähte zusammenflocht. Auf diese Weise bildeten die hellen (Silber) und die dunklen (Bronze) Fäden ein sich rythmisch wiederholendes, keilförmiges Motiv. (Abb. 3, 5-7; Abb. 4, 11). Dieses Motiv kann man mit Hilfe von Baumwollfaden ganz leicht rekonstruieren, wenn man je zwei weiße und beliebige dunkle Fäden in entgegensetzter Richtung zusammendreht und dann diese zusammenflechtet (Ab. 7). Mit solcher Metalldrahttauschierung wurden die Parierstange und die Bänder der Hängeöse des Säbels von Tiszavasvári verziert (Abb. 8). Diese Verzierungsart kann man auch an Gegenständen anderer Fundorte im nordöstlichen Ungarn aus der Landnahmezeit beoachten. Mit dieser Ährenmo­tivtauschierung wurden das Steigbügelpaar von Karos (Abb. 9-10), sowie der Griff des Säbels von Beregszász (Beregovo, Ukraine, Abb. 2, 3; Abb. 11) verziert. Diese Verzierungsart war bei den damaligen wikingischen Waffen üblich (Abb. 12), wahrscheinlich können wir also eine Wechselwirkung zwischen diesen zwei Kreisen der Metallkunst in dieser Hinsicht annehmen. István Dienes

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