Folia archeologica 42.
Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról
128 ATTILA KISS käufer nur Vermittler waren. Es bleibt also die Frage auch weiterhin offen, in wieviel Teile der Fund eigentlich aufgeteilt wurde, denn es war vielleicht auch ein dritter Teil, worüber wir Kenntnis haben: der fehlende Teil der Gürtelbeschläge, bzw. der Teil der mit Perlendraht verzierten Funde — die Begründung enthält die Analyse der erörterten Gegenstände. Für ein einziges Grab sprechen das gleiche Auffindungsjahr und die nachträglichen Informationen von Pulszky, für die zwei Gräber hingegen die inneren chronologischen Wiedersprüche des Fundes und die Argumente der frühesten Information. Das Dilemma ist: welche Möglichkeit hat die größte Chance? Fassen wir die Ergebnisse der Forschungsgeschichte zusammen, so kann festgestellt werden, daß a) die Möglichkeit der Erschließung/Herstammung der Funde aus zwei Gräbern schon bei ihrer Entdeckung aufgetaucht ist, b) im Gegensatz der bestimmt auf das 5. Jh. datierten Funde (Zikade, Armring, Keramik) bot sich auch die Möglichkeit der frühawarenzeitlichen Funde (Gürtelbeschläge). Ich bin der Meinung, daß man bei der Bestimmung der Funde in der Tat davon ausgehen kann, daß sich der „Fundkomplex" chronologisch in zwei Ebenen zerlegen läßt und diese Funde dürfen — schon aus chronologischen Gründen — miteinander nicht vertauscht werden (vgl. die Funde unter Punkt b, indessen die chronologische Einreihung der übrigen Funde vom Ergebnis der folgenden Untersuchungen abhängt). Als Arbeitshypothese könnten dem Anschein nach zwei Fundkomplexe aufgestellt werden (die Reihenfolge der Funde bestimmt der Funktion der Gegenstände entsprechend ihre Lage innerhalb der vorausgesetzten Gräber): I. 5. Jahrhundert a) Goldene „Zikaden"fibel b) Goldener Handgelenkring c) Bronzepinzette d) Goldenes Schuhschnallenpaar e) Keramik II. 6—7. Jahrhundert a) Goldenes Ohrgehängepaar b) Goldener Gürtelbeschfag c) Goldener Hakenbeschlag d) Mit Perlendraht verzierte Goldbleche Im weiteren untersuche ich die Gegenstände der beiden vorausgesetzten Grabfunde einzeln von chronologischem Gesichtspunkt aus, ferner auch die Frage, ob der Fundkomplex aus einem Männer- oder Frauengrab stammen könnte. 5. Jahrhundert la. „Zikanden"fibel (Abb. 1:1) Die genauen Analogien des aus Goldblech getriebenen und einst wahrscheinlich mit Almandin oder Granatplatten verzierten Gegenstandes sind mir nicht bekannt. Seine weiteren Analogien (wenn sie überhaupt als solche betrachtet werden können?!), die duch die plastische Bearbeitung, die Steineinlage und die „Zikaden"-