Folia archeologica 42.

Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról

124 ATTILA KISS Die in der 1943 erschienenen Studie von János Kalmár: „Völkerwanderungs­zeitliche Metallhaken und Beschläge" zusammengesammelten, fast sämtlichen Beschläge sind aus dem 6—8. Jh., mit seinen Worten: „Die meisten stammen aus der Awarenzeit". 1 5 Eigens hervorzuheben ist, daß die Haken von umgekehrter T-Form (unter diesen der Haken von Mezőberény!/ KALMÁR Typ I.A) 1 6 alle aus dem 6—7. Jh., zum Teil aus dem Karpatenbecken, zum Teil aus osteuropäischen Fundor­ten, teilweise vom Balkan, sowie von langobarischen Fundorten Italiens stammen. 17 Diese Datierungen wurzeln auch aufgrund der heutigen Daten der Fachliteratur 1 8 im 6—7. Jh. Die einzige chronologische Ausnahme bildet der T-förmige Haken von Mezőberény — nämlich im Falle der „klassischen" chronologischen Bestimmung des Fundes. Die kritische und vollständige Ausgabe der Funde von Mezőberény wurde 1953 von Nándor Fettich in seiner großen zusammenfassenden Arbeit publiziert. 1 9 Der Aufmerksamkeit Fettichs entging die Angabe von Pulszky (1897) und er bestritt, daß die Funde aus zwei Gräbern stammen würden bzw. daß sie aufgrund der Mitteilung der Verkäufer im Gefäß zum Vorschein gekommen wären. Fettich verglich die „Filigran"-Funde mit den Goldblechen des Fundes von Nagyszéksós und leitete den Fundkomplex aus einem Frauengrab ab. Nach der Bemerkung Fettichs „wurde in der Ausstellung des Museums die Einreihung in die hunnische oder hunnenzeitliche Gruppe von jenen zwei schildförmigen glatten Goldbeschlägen erschwert ..., die zu den charakteristischen Gürtelausstattungen der Awarenzeit gehören." 2 0 Seine dies­bezüglichen Zweifel lehnte er aber aufgrund der Niete der Beschläge ab: „So haben wir demnach keinen Grund dazu, daß wir den Fund in die Awarenzeit setzen ... Der Zusammenhang mit den verwandten Gürtelausstattungen existiert natürlich, die von Mezőberény sind die Vorläufer der späteren, zur Awarenzeit in Mode gekommenen Gürtelausstattung. " 2 1 (Nota bene : Falls N. Fettich das Grab aufgrund des Armringes für eine Frauenbestattung gehalten hat, was begründet dann das Erscheinen der in den awarischen Männergräbern auftauchenden T-förmigen Beschläge in einem Frauengrab?) D. Csallány nimmt 1961 in den Corpus der gepidischen Funde unter dem Titel „Mezőberény, am oberen Ende des Dorfes" bloß das Gefäß des Fundmaterials auf. Über die goldenen Gegenstände des Fundes schrieb er folgendes: „in dem gepidi­schen Gefäß befanden sich Schmuckstücke aus der Hunnenzeit", 2 2 und datierte den 1 5 Kalmár 1943. 159. 1 6 Kalmár 1943. Taf. 23: 1-24., 24: 1-10. 1 7 Der junge Waffengeschichtsforscher]. Kalmár hat bei diesem Aufsatz mit der Unterstützung von N. Fettich gearbeitet. 1 8 Somogyi 1987, Bona 1982-83., Werner 1974. 1 9 Fettich 1953. 47-49., 150-152., Taf. 28-29. 2 0 Fettich 1953.48/151. 2 1 Fettich 1953. 48/151. - Károly Mesterházy machte mich in seinem zur Studie geschreiebenen Gut­achten (2. 3. 1992.) darauf aufmerksam, daß ich ausführlicher erörtern soll, worauf ich im Originaltext der Arbeit wegen seines eine Binsenwahrheit scheinenden Charakters nicht eingenangen bin. N. Fettich be­hauptete nämlich, daß die Befestigungsweise der awarischen Gürtelbeschläge nicht mit einem Niet, son­dern mit einer Öse vor sich ging (Fettich 1953. 48/151.). Diese technische Beobachtung als chronologisches Argument benutzend, schließt er die Gürtelbeschläge von Mezőberény aus der Awarenzeit aus. Diese Be­gründung übernimmt auch I. Bona (Bona 1991. 289., Taf. 105.). Dementgegen ist es auf Grund zahlreicher Beispiele klar: die Befestigung mit Öse ist eindeutig eine byzantinische Eigenartigkeit, die auch im awari­schen Milieu vorkommt, jedoch für die Befestigung der frühawarenzeitlichen Gürtelbeschläge des Karpa­tenbeckens gerade die Befestigung auf einen Riemen mit einem Niet typisch ist. 2 2 Csallány 1961. 108., Nr. 28.

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