Folia archeologica 42.

Tóth Endre: Későrómai ezüstkanál Bajnáról

DILEMMA VON MEZŐBERÉNY (i8S 4) 123 zwei Gräbern, „der erste aus dem oberen, der andere aus dem unteren Ende". 5 Dementsprechend benachrichtete Ferenc Pulszky von dem bis dorthin bekannten Teil des Fundmaterials (ohne Keramik!) über zwei Gräber: über ein Männer- und ein Frauengrab. 6 Etwas dürfte aber im Zusammenhang mit dem Fund den Beifall von Ferenc Pulszky (1814—1897) nicht gefunden haben. Der in Budapest gelebte einstige, schon sehr alte Oberdirektor des Ungarischen Nationalmuseums (im Jahre 1884 war er schon 70 Jahre alt) erkundigte sich in Mezőberény von den damaligen Bräuchen abweichend zwischen 1884 und 1897 persönlich über die Fundumstände: „wie ich an Ort und Stelle erfuhr habe, kamen sie aus ein und demselben Grab und nicht aus zwei Gräbern zum Vorschein, wie dies die Verkäufer in Budapest behaup­teten, da der Schatz in zwei verschiedene Hände gerieten und sich nur im Museum trafen." 7 (Dies interpretierte I. Bóna 1979 folgendermaßen: „mittels Geländebege­hung an Ort und Stelle") 8. So wurden — zumindest für F. Pulszky 1897 — die Funde von Mezőberény endgültig zu einem einheitlichen Grabfund. Pulszky datierte die Goldzikade des Grabes auf das Ende des 5. Jh. 9 József Hampel teilte 1894 und 1905 in seinen großen zusammenfassenden Arbeiten nach Pulszky (1885) das Fundmaterial mit 1 0 und nahm 1905 von den Fest­stellungen von Pulszky aus dem Jahre 1897 keine Kenntnis. J. Hampel datierte das Fundmaterial auf das 5. Jh. 1 ' H. Kühn schrieb 1935 in seiner Studie „Die Zikadenfibel der Völkerwanderungs­zeit" über den Fund von Mezőberény folgendes: „Mit der Zikadenfibel fanden sich zwei Goldohrringe mit Filigran-Auflage, polyedrisch gestaltet, und als Doppelpyra­mide. Diese Form ist sehr selten, Kossina bezeichnet sie als gepidisch. Dagegen ist die Ausgangsform, der einfach polyedrische Ohrring mit Filigran häufiger, ... Der Fund von Mező-Berény wird etwa der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, also der Zeit zwi­schen 450 und 500 angehören." 1 2 Gyula Török reihte in seiner Studie aus dem Jahre 1936 die Funde von Mezőbe­rény in die Gruppe der gotischen Funde. 1 3 Nándor Fettich charakterisierte im Führer des Ungarischen Nationalmuseums vom Jahre 1938 folgendermaßen die Funde von Mezőberény: „Späthunnischer Grabfund. Das goldene Ohrgehängepaar, die mit roten Steinen ausgelegte Goldschnalle und die Goldbleche mit Filigran-Auflage... sind für die hunnischen Altertümer charakteristische Werke. Die übrigen Stücke (goldenes Armband, bie­nenförmige kleine Fibel und die glatten Beschläge) sind ebenfalls typisch für diese späte Zeit. Das feine Tongefäß mit geglättetem Muster gehört zu den schönsten hun­nenzeitlichen keramischen Produkten." 1 4 5 Pulszky 1885. 100. 6 Pulszky 1885. 100-102. 7 Pulszky 1897. 85-86. 8 Bóna 1979a. 324. ''Pulszky 1885. 102. 1 0 Hampel 1894. 41-43., Taf. XXXVIII., 1905. II. 44-46., III. 38. J. Hampel hat 1905 von der Fest­stellung von F. Pulszky (1897) nicht Kenntnis genommen. Hampel 1905.1. 806. 1 2 Kühn 1935.93. 1 3 Török 1936. 149. 1 4 Fettich 1938. 143.

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