Folia archeologica 38.

Kemenczei Tibor: A békéscsabai aranylemez

164 ÉVA В. BÓNIS — IBOLYA SELLYE Emailfelder, die eventuell stilisierte Tierköpfe darstellen". L: 75 mm. Den Fundumständen nach dürfte das Stück im ausgehenden 1.Jh.u.Z. in die Erde gelangt sein. 1 3 Der Form nach erinnert es in der Tat an die frühen niellierten Pferdegeschirranhänger, doch noch nicht mit Millefiori-Email verziert. Die Ausfüllung geschah mit am Ende des 1. und zu Beginn des 2. Jh. gebrauchter, grüner und roter Farbe, die zellenweise einzeln eingelegt wurden. Große Pferdegeschirre mit in Peltaform und in oben bogenförmiges, eckig abgeschlossenes Blech eingelegtem, hauptsächlich blauem Email wurden in Bulgarien, in Jambol (Thrakien) gefunden. 1 4 Ihre Form und Anwendung be­trachtet, weichen aber diese schon von den Beschlägen von Visegrád-Тур ab. Die verschieden großen emaillierten Pferdegeschirre dürften die Pferde sehr dekorativ und bunt geschmückt haben. Solche Beschirrungen sah wahrscheinlich Philostratos aus Lemnos, der im Gefolge der Kaiser Caracalla und Septimius Severus in Gallien, eventuell in Britannien war. In seiner Arbeit über Ebcôvsç (Imagines) 1 5 erwähnt er solche Pferde, „.. .alle tragen silbernes Zaumzeug und buntfarbige und goldene Schmuckscheiben", — sodann bemerkt er, daß — „diese Farben, sagt man, gießen die Barbaren, die auf der Insel wohnen, auf glühendes Erz.". Dieser vielumstrittener Passus dürfte sich wahrscheinlich auf die emaillierten Pferdegeschirrgarnituren keltischen Ursprunges bezogen haben. In Kenntnis des Pferdegeschirrbeschlages von Visegrád kann die Beobachtung des Philostratos als eine Realität betrachtet werden. Im erwähnten Text sind besonders die „buntfarbigen Schmuckscheiben" beachtenswert, die sich auf den scheibenförmigen mittleren Teil der emaillierten Pferdegeschirre beziehen können. Die lebhafte Buntheit der Scheiben wurde mit in Kreisringe geordneten Millefiori-Einlagen erreicht. Solche Scheiben wurden — wie oben gesehen — auch ohne Anhänger unter den Pferdegeschirren angewandt. Eine neuere Aqui­sition des Ungarischen Nationalmuseums bildet der folgende Beschlag. Abb. 7—8. Emaillierte Scheibe. Fo.: Pannónia. Ao.: Ungarisches Nationalmuseum. 10 Inv.-Nr.: R 79.4.1. In der Mitte der großen Scheibe befindet sich auf blauem Eimailgrund eine kleine, vierblättrige, weiße Blume, die von vier Kreisringen umrahmt ist. Im inneren Kreisbogen eine türkisgrüne Flmaileinlage, sodann auf rotem Grund in viereckigen Feldern blau-weißes, schachbrettförmig angeordnetes Millefiori-Email. Um dieses ein schwammartig korrodiertes, gelblichgrünes Feld, sodann von außen auf hellblauem Grund ein Kranz aus kleinen, vierblättrigen, weißen Blumen. Hinten in der Mitte diente eine massive, runde Öse zur Befestigung (Abb. 8). Dm: 43 mm, D: 3 mm, H der Öse: 10 mm, Dm der Öse: 14 mm. 1 3 Ebd. Teil I. 95. 1 4 Venedikov, I., Trakijszkata Kolecsnica. (Le char thrace) Sofia I960, 245, 248, Taf. 50, Nr. 172. 1 5 Exner 1939, 32.; Solmsen, F., Philostratos (Stichwort). PW-RE XX/ 1. Stuttgart 1941, 136-139 p. 1 6 B. Bónis-Sellye 1988 .. . Abb. 19,4. Farbbild auf der Rückseite

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