Folia archeologica 38.

Kemenczei Tibor: A békéscsabai aranylemez

DAS GOLDBLECH VON BÉKÉSCSABA Das Nationalmuseum erwarb im Jahre 1891 zwei gleichförmige Goldbleche durch Ankauf vom Antiquitätenhändler Jakab Krausz, der als Fundort der Gegenstände die Stadt Békéscsaba bezeichnete. 3 Da im vorigen Jahrhundert die Antiquitätenhändler in mehreren Fällen für die verkauften Gegenstände einen fiktiven Fundort angegeben haben, ist es nicht sicher, daß diese Goldbleche in der Tat in Békéscsaba zum Vorschein gekommen sind. Während des Weltkrieges ist das eine Goldblech abhanden gekommen. Das erhalten gebliebene Stück (Abb. 1 — 2) ist 22,6 cm lang, wiegt 12,51 g und wur­de unter Nr. 22. 1891.2 inventarisiert. Die ursprüngliche Funktion des Bleches kann nicht festgestellt werden. Es dürfte die Verzierung eines Pferdegeschirrs gewesen sein, jedoch konnte es auch zu einem Gewand gehört haben. Wahrscheinlich wurde es beim Kopfteil mit einem Niet an einen Riemen befestigt, beim Ende war der Rand der Rückplatte des Bleches über den Riemen gebogen. Das Goldblech stellt, obwohl nicht in realistischem Stil, ein Tier dar. Die Form entspricht eher einem Fisch. Fischförmige Goldbleche finden wir unter den Denkmälern der skythischen Kunst der Steppenzone vor. 3­4 Diese verzierten den Zaumriemen an der Stirn des Pferdes. Außer dem Pferdegeschirr verzierte die skythiche Kunst auch andere Gegenstände mit Fischmotiv. 5­0 Das Motiv war iranischen Ursprunges. 7­8 Es kommen auch an verschiendenen Erzeugnissen der thrakischen Goldschmiede­kunst Fischdarstellungen vor. 1'-1 3 Das andere Element, das auf die Zeit des Goldbleches von Békéscsaba und seinen Ursprung ein Licht werden kann, ist die Zierweise. Die konischen Wülste wurden mit Treibarbeit ausgebildet. Obwohl in ähnlicherweise die Blechgegen­stände schon von der Spätbronzezeit an im allgemeinen verziert wurden, hat man dieses Motiv auf dem Goldblech von Békéscsaba in eigenartiger, individueller Form angewendet. Eine solche Ornamentik zeigen die kleinen dreieckförmigen Goldbleche, die in den aus dem 5— 4. Jh. v. u. Z. stammenden skythischen, thra­kischen Fürstengräbern gefunden wurden 15-1 6, ferner kommt sie auf dem thra­kischen Silberhelm von Poiana-Cotofenesti 1 7 und auf den thrakischen Pektoralien vor. 1 8 Auf dem im thrakischen Stare selo gefundenen Pektorale kommt das genau Pendant des anderen Ziermotivs, des Tannenzweigmusters des Goldble­ches von Békéscsaba vor. 1 9 Die Verzierung des Goldbleches von Békéscsaba kann auch mit anderen Denkmälern der skythischen und thrakischen Kunst verglichen werden. Beide Kunstkreise betonten mit plastischem Zierelement, mit konischen und runden Buckeln den Rücken, den Rückgrat der phantastischen Wesen, Greife, Pferde mit Fischkörper und Hippokampen. Als Beispiel können wir in dieser Hinsicht solche Figuren aus den Kurganen der Sieben Brüder und von Kul Oba 2 0 sowie die eine Blechzierde des thrakischen Schatzes von Letnica erwähnen, das einen

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