Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

DF.H FUND VON VIZESD-PUSZTA 209 Trapezkopf versehene Hängeglied. In den früher angeführten Arbeiten 5 7 gibt es viele Ungenauigkeiten und unrichtigen Materialbestimmungen. Hier bei der Beschreibung nahm ich die richtigen auf, in die Berichtigung der Daten ließ ich mich nicht ein. Im Zusammenhang mit den angeführten Beschlägen müssen wir doch eine Ausnahme tun, da ja die Wurzeln der irrtümlichen Rekonstruktion daraus entspringen. Wir müssen damit beginnen, daß obwohl Párducz die litera­rischen und im Inventarbuch festgehaltenen Daten anführt, sie aber dennoch nicht in Betracht nimmt, d. h. von den halbeiförmigen Beschlägen und Unter­lagsplatten schreibt er soviel, daß „ein oberer und ein unterer Teil an das Frag­ment einer Eisentrense angerostet war". In der allerersten ausführlicheren Be­schreibung sagt Párducz von den aus Doppelplatten bestehenden Beschlägen das folgende: „Drei Stück beilförmige, einem Anhänger ähnliche Gegenstände aus Eisen (sie!), das eine (sie!) von diesen ist doppelt, ihre Funktion fraglich." 58 In einer anderen Beschreibung: „Zwei beilförmige Anhänger (!) aus doppeltem Bronzeblech, die Bleche wurden an ihrem oberen Ende zusammengenietet. Das Exemplar unter Taf. XCIII, Abb. 2 ist ein zusammengefügtes Exemplar aus Doppelblech, Taf. XCIII, Abb. 1, 3 zeigen die sich getrennten zwei Bleche eines anderen Exemplars." In der ersten Beschreibung ist die Gegenstandsbenennung glücklicher. Es handelt sich hier nämlich nicht um beilförmige Anhänger. Der in der sarmatischen Frauentracht häufige beilförmige Anhänger ist nie aus zwei Blechen.Er wurde entweder bei dem verzierter ausgeführten, sich verdickenden Kopfteil durchlöchert oder aus einfacherem Blech gefertigt, wo das zurückgebo­gene Blechende zum Aufhängen diente. Die unrichtige Terminologie der späteren Beschreibung bot eine irreführende Angabe für die Forschung. 0 0 Trotz dessen, daß die Zahl der Beschläge in der zweiten Beschreibung schon richtig angegeben ist, wendet er bei der Rekonstruktion drei Beschläge an. 0 1 Dies war deshalb nötig, weil an den drei halbeiförmigen Beschlägen vier Riemenausschnitte zu finden sind und diesen ordnete er die aus Doppelblech gefertigten Beschläge hinzu. Die Rekonstruktion stellte er sich so vor, daß die benutzten Beschläge auf einen Leder- oder Textilstreifen gekommen sind. Er gibt aber keine Erklärung für die Unterlagsplatten, für die Anwendung des vierten Ausschnittes der vier Aus­schnittes der vier Ausschnitte zeigenden halbeiförmigen Beschläge. Die dünnen Goldfolien mit Textilmuster hielt M. Párducz für die Deckplatte der Halbeier. Die Feststellung scheint auf den ersten Blick evident zu sein, jedoch entspricht sie nicht aus mehreren Gründen der Wirklichkeit. Die ausgerollten Bleche sind kreisförmig und eine ähliche Kreisform zeigt auch der zurückgebogene Rand. Hätte man die Halbeier bedeckt, so wäre zumindest der zurückgebogene Teil oval und der zurückgebogene Streifen am Rand des kreisförmigen Bleches kein gleichmäßiger Kreis. Wichtig ist auch, daß obwohl die Bleche fragmentarisch sind, zeigen sie keine Spuren von zwei bzw. vier Ausschnitten. Auch das Muster der Beschläge von facettierter Oberfläche hat keinen Sinn, wenn sich die Deck­5 7 Ebd. Anm. 1. 6 8 Párduc^ WH, 25-26. 5 9 Párducz 1950, 77. 6 0 Gebers, W.— Hinz, H., Ein Körpergrab der Völkerwanderungszeit aus Bosau, Kreis Ostholstein. Offa 34 (1977)32. Zu dieser irrtümlichen Angabe s. Vaday 1985, Anm. 66. 6 1 s. Anm. 55. 14 Folia

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