Folia archeologica 37.

Sándor Soproni: Marinianus Ursicinus magister

204 ANDREA H. VA DAY Fund — befand sich unter diesem in 4 m Tiefe, etwa an einer 1 m 2 großen Fläche." 9 Die Aufzeichnung — da sie keine Grabgrubenformen festgelegt hat — läßt zwei Möglichkeiten zu. Das zum Hügel gehörende Grab wurde einst gestört und ausgeraubt, ein Teil der Funde blieb erhalten und die Reste des Skeletts (vermoschtes menschliches Skelett) kamen in den Schacht der Raubgrube. Die andere Möglichkeit ist, daß die Knochen eine spätere Bestattung bezeichnen. Von den Grabbeigaben zeigt das fast vollständig erhalten gebliebene Glasgefäß an, daß mit dem Raubschacht nicht das ganze Grab gestört wurde, worauf auch ansonsten das Vorhandensein der Bronze-, Silber- und Goldgegenstände hin­weist. Da sich unter den Gegenständen keine Knochen befanden, kann aggenom­men werden, daß man in der Mitte der Grabgrube eingestochen hat, die Enden dem Kopfe oder dem Fuße zu — wo die erwähnten Funde sich befanden — wurden nicht mehr erreicht und gestört. Da in den sarmatischen Bestattungen des Alföld die Gegenstände zu den Füßen gelegt waren, kommen sie bei dem Kopf nur im seitesten Falle vor. Es kann angenommen werden, daß auch hier der dem Fuß zu gelegene — in Mehrheit der Fälle der nördliche — Teil des zentral gelegenen Grabes ungestört geblieben ist. Den vorangehenden Hügeln ähnlich, wurde auch hier die Orientierung nicht beobachtet und man hat auch die Größenanga­ben des Grabes nicht aufgezeichnet. Der Hügel selbst erhebt sich kaum 1 m von der Oberfläche, die Funde kamen hingegen aus einer Tiefe von 4 m zum Vor­schein, d.h. die Grabgrube wurde in den Unterboden eingegraben und darüber Hügel aufgetragen. Da eine Schnittskizze über die Schichten nicht gezeichnet wurde, kann bloß soviel beobachtet werden, daß das Grab zum Zeitpunkt der Erschließung bis zu einer Tiefe von 3 m unter die Oberfläche gereicht hat. Beigaben : 1. Ursprünglich 8 dünne Deckplatten aus Goldfolie (davon 6 mehr intakte und .fragmentarisch). An der Oberfläche mit gepreßtem Textilmuster, an den Blechrändern mit Bietungsspuren. (Abb. 4.) 1 0 2. An beiden Enden abgeschnittene, ovale, bronzene Unterlagsplatten (4 St.). (Abb. 1.8— 11) 3. Vier halbeiförmige, in der länge in sieben Flächen gegliederte, vergoldete Bronzebeschläge. An den beiden kürzeren Seiten mit 2 mm hohen, 9 mm brei­ten Ausschnitten. (Abb. 1.1 - 3,6) 4. Drei, den vorangehenden ähnlich vergoldete Bronzebeschläge, der erwähnte Ausschnitt kann sowohl an der längeren, als auch an der kürzeren Seite vor­gefunden werden. (Abb. 1. 4— БД) 1 1 9 Milleker 1899, 189; Milleker 1906, 266. s. noch Anm. 5. 1 0 MNM NGy Inv.-Nr.: 42. 1895. 124-131. Heute sind nur mehr 6 St. vorhanden. Auch in den unter Anm. 1 angeführten Mitteilungen kommen nur mehr 7 St. vor. 1 1 Die unter Nr. 2—5 beschriebenen Stücke kommen in den Inventarbucheintragungen MNM NGy Inv.-Nr.: 42. 1895. 132—147 nicht vor. Sic sind weder einzeln, noch getrennt beschrieben. Der Eintragung des Inventarbuches nach: ,,Bronzene Riemenrosetten in 15 Teilen". Von den Anhängern mit Doppelblech unter Punkt 5 kam der eine schon ursprünglich entzweigebrochen in das Museum, so erscheinen im Inventar die zwei Anhänger unter drei Unternummern. Auf Grund der Beschreibung kann festgestellt werden, daß die „Eisentrense" oder das Trensenfragment, zu dem das untere und obere Blech der einen Riemenrosette ange­rostet war, fehlt.

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