Folia archeologica 36.

V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez

DIE PTOLEMÄISCIIE BESTIMMUNG 95 Raabmündung. Der antike Geograph vermochte nun die voneinander abweichen­den Angaben nur so in sein Werk einzufügen, daß er die beiden Berichte über die Raabmündung einander gleichsetzte. Er hielt die im Sinne auch der heutigen Gewässerkunde als echt geltende Mündung für glaubhaft, und hier lokalisierte er nicht nur Brigetio sondern auch den Anfang der Trennungslinie der beiden Provinzen, von dem er wußte, daß er bei der Arrabcmündung liegt. Möglicher­weise hat Ptolemaios eben wegen des Zusammenfallens (des Zusammenrut­schens) der beiden Angaben auch jenes castellum von Arrabona fortgelassen, das die früheste Errichtung des hiesigen Limes-Abschnittes war. 2 2 Es sind aus der Vergangenheit etliche solche Fälle bekannt, in denen die auf uns gekommenen antiken Benennungen — infolge der unzulänglichen Kenntnisse der Alten — mit den heute gültigen gewässerkundlichen Verhältnis­sen nicht übereinstimmen. Ein schlagendes Beispiel dafür bietet jene Strabon­Stelle, die den Marissus (Maros, Mieresch) in den Istros (Donau) münden läßt. 2® Strabons Schilderung ist die Widerspiegelung jener alten Auffassung, wonach die Theiß in die Mieresch mündet, und die Mieresch ihrerseits in die Donau. Diese Auffassung hielt die Mieresch und den unteren Abschnitt der Theiß für eine Ein­heit, die mit dem Namen Marissus bereichnet wurde. Ein neueres Beispiel ist das folgende: die Römer haben vom Bach S avaria, der über die Stadt Savaria hindurchfließt, nördlich von ihrer colonia einen Kanal ausgeführt: so bekam der Bach zwei Zweige. Den einheitlichen Namen führt zur Zeit nicht der ursprüngliche natürliche Zweig. Bis zur Abzweigung hat der Bach heute den Namen Gyöngyös, und nach der Abzweigung behält denselben Namen der künstliche Zweig.'-' 4 Ebenso wichtig ist auch eine Angabe aus dem 8. Jahrhundert, die sich eben auf den fraglichen Donauabschnitt bezieht. Alan liest über jenen Feldzug, den Karl d. Große i. J. 791 gegen die Awaren führte, im Werk des Einhardus: Vita Caroli regi.­r° Nach dieser Schilderung überquerte das Heer der Franken, das vom Westen her (vermutlich den alten Limesweg entlang) kam, den Fluß Raab, und dann per ripaw eins usque ad locum in quo Danubio miscetnr acessit. Ob nun die Franken bis zur Mündung bei Gönyü vorgedrungen, oder ob sie bis zum heutigen Bezirk Komárom—Szőny, also bis zum Zusammenfluß der beiden Donau-Zweige gekommen waren, wissen wir eigentlich nicht. 2 6 Wahrschein­2 2 Gáb/er, D., in: Der römische Limes in Ungarn, (red. J. Fitz) (Székesfehérvár 1976) 23.; Gábler, D., Arch. Ért. 106 (1979) 210. 2 3 Strabon VII 3, 13 (304). Vgl. Roesler , E., Die Geten und ihre Nachbarn, SB Wien 44 (1863) 142,2.; Patsch, C., Beiträge zur Völkerkunde von Südosteuropa V., Aus 500 Jahren vorrömischer Geschichte Südosteuropas 1. Bis zur Festsetzung der Römer in Transdanubien, SB Wien 214 (1932) 58. Dieselbe Auffassung der Mieresch und Theiß liest man bei Herodot IV 49. Aber Strabon gibt an einer anderen Stelle auch eine richtige wasserkundliche Beschreibung: VII 5, 2 (313). 2 4 Tóth, E., FA 27 (1976) 89. 2 5 Ann. q. d. Einhardi а 791, cd. Fr. Kurze. 2 0 Im Sinne der Schilderung des Einhardus vermuten einen längeren Marsch nach dem Flußübergang auch Béla Szőke (Arch. Ért. 89 (1960) 61.) und Péter Váczy ('A város az ókor és a középkor fordulóján' = 'Die Stadt an der Wende vom Altertum zum Mittelalter', in: 'Győr. Várostörténeti tanulmányok' = 'Győr. Stadtgeschichtliche Studien' (Győr 1971) 72. Anm. 54. Im Sinne der Auslegung dieser beiden Verfasser überquerte das fränkische Heer den Fluß viel südlicher als Győr, und es marschierte dann bis zur Mündung bei Győr. Sie meinten, daß Heer vom Bezirk Carnuntum in südöstlicher Richtung vorwärtsdrang, den Neusiedler-See umging

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