Folia archeologica 36.
V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez
96 ENDRE TÓTII lieber ist die letztere Möglichkeit, daß sie also bis zum Zusammenfluß der DonauZweige gekommen Waren. Erwähnt nämlich der Chronist nach dem Flußübergang der Raab das Weitermarschieren, so meint er damit wohl nicht den Weg bis zur Mündung bei Gönyű, die kaum eine Stunde weiter entfernt von der Stelle des Flußübergangs liegt. Das gewässerkundliche Bild in der Schilderung des Einhardus scheint mit der einen vermutlichen Quelle des Ptolemaios zu übereinstimmen. Auch der Abschnitt der Donau nach der Mündung bei Győr führte wohl noch den Namen Raab, bis zum Zusammenfluß der beiden Zweige bei Komárom—Szőny. Der Anfangspunkt der Trennungslinie der beiden pannonischen Provinzen ist also in der Schilderung des Ptolemaios nicht derselbe, den die Forscher bisher vermutet, und auf Grund dessen sie sich mit den Problemen der Verwaltungsund Kriegsgeschichte beschäftigt haben. Da nun Ptolemaios die einzige unmittelbare Quelle ist, die gerade aus dem fraglichen Zeitalter, aus dem 2. Jahrhundert u. Z. widerspruchsfrei die Grenze schildert, muß man ihn unbedingt berücksichtigen. Es fragt sich nun: wo war genau die Grenze, welche Lager gehörten zur Pannónia Inferior, und welche zu Superior, bzw. für welche Epoche ist die Schilderung des Ptolemaios gültig. Der Anfangspunkt der Trennungslinie liegt bei der Donau zwischen Brigetio undCurta. Es ist jedoch nicht sicher, ob die beiden Namen Curta und Crumerum (Nyergesújfalu) denselben Ort bezeichnen. Die Unsicherheit kommt besonders daher, daß Ptolemaios auch die kleinere Biegung der Donau bei Curta angibt, und doch liegt die Biegung bei Dömös von Nyergesújfalu auch in der Luftlinie 27 km östlicher. Unter den Siedlungen von Pannónia Inferior die Donau entlang erwähnte Ptolemaios Curta und Solva. Der letztere Ort wird Esztergom gleichgesetzt; die Trennungslinie begann also zwischen Brigetio und Solva. Auf dem mittleren Abschnitt wurden zwei Militärlager erbaut: etwa 5 km östlicher als Brigetio Odiabo-Almásfüzitő und Crumerum-Nyergesújfalu. Nachdem nun Ptolemaios den Beginn der Genze bei der Raab-Mündung, und auf diese Weise im Bezirk von Brigetio lokalisierte, lag dieser eher in der Nähe des heutigen Szőny, östlich davon, und weniger westlich von Solva. 2 7 Der antike Verfasser gab für ein größeres Gebiet dieselbe und die römische Straße entlang den Bezirk Árpád erreichte, wo einst das munieipium Mursella stand. Dort hätten sie die Raab überquert. Das fränkische Heer wäre in zwei Kolonnen, auf dem nördlichen und südlichen Donau-Ufer vorwärtsgedrungen. Zwischen den beiden wäre auf dem Fluß auch eine Flotte gekommen. Aber es ist kaum wahrscheinlich, daß das südliche Heer sich weit von der Donau-Linie und der Flotte entfernt hätte; der Limes-Weg hat ja die Richtung bestimmt. Die Franken bedienten sich möglicherweise des römischen Itinerars (Klebel , E., Herzogtümer und Marken bis 900. in Entstehung des Deutschen Reiches, Wege der Forschung, Bd. 1, (Darmstadt 1956) 71.; und ders.: Möns Comagenus, MIÖG 71 (1963) 237.—). Südlich von Carnuntum gab es einen Weg nur nach Scarbantia. Von dorther gab es keine unmittelbare Straßenlinie nach Mursella, wohl aber nach Arrabona. Deswegen mußte das fränkische Heer, wenn es sich des römischen Itinerars bediente — einerlei ob es den Neusiedler See umging oder nicht — nach Arrabona gekommen sein. Auf alle Fälle bedienten sich die Franken auf dem Rückweg der Straße zwischen Arrabona-Savaria. Zweifellos überquerte also das Heer der Franken den Fluß Raab im Bezirk von Győr, dann ging es von hier im Bezirk Komárom-Szőny bis zur Mündung. Von hieraus kehrten sie dann nach Westen zurück. 2 7 András Graf vermutete die Grenze östlich von Solva, bei Pilismarót. W. Keidinger (a.a. O. 18.) und L. Barkódéi {Brigetio, Diss. Pann. II: 22. (Budapest 1951) 11) suchten dieselbe bei Solva. Nach András Alföldi zog man die Grenze von Cirpi nach Süden zu: 'Budapest az ókorban' = 'Budapest im Altertum'. (Budapest 1942) 296.