Folia archeologica 36.

V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez

92 ENDRE TÓTII Nach О. Cuntz 1 8 läge Brigetio — infolge dieser Korrektur •— bei der Mündung des Flusses Arrabo. Denn die für Brigetio korrigierten Angaben sind dieselben, wie die ptolemäischen Koordinaten der Raabmündung (41° Länge und 47°4CT Breite). Stellt man sich die Gradeinteilung als Proportion der Distanzen dar, so sieht man sogleich, daß die Entfernung zwischen Carnuntum und Brigetio nach den Angaben des Ptolemaios kürzer erscheint, als sie in Wirklichkeit sein sollte. Die Entfernungen Carnuntum, Flexum und Brigetio voneinander machen alle gleichermaßen 1 ° aus. Mißt man nun von Flexum (Mosonmagyaróvár) ab in der Richtung nach Osten zu die Entfernung Fluxum-Carnuntum, so kommt man nicht bei Brigetio, sondern in der Tat bei Arrabona und bei der Raab­Mündung an. Die geographische Lage von Brigetio fällt also bei Ptolemaios — im Sinne der notwendigen Korrektur der Grad-Angabe — mit dem sonst nicht genannten castellum von Arrabona zusammen. Die Forscher hielten diese Unregelmäßigkeit nicht für lösbar, und O. Cuntz sah keine Möglichkeit für eine weitere Korrektur der Gradangaben. Doch es sei hier bemerkt: O. Cuntz hat sich nicht aller ptole­mäischen Angaben bedient, die zur Lösung notwendig sind; er behielt im Auge nur die Auslegung der Gradangaben. Und doch wird im antiken Werk die Arrabomündung deswegen erwähnt, weil Ptolemaios diese Stätte für den Anfang der Trennungslinie beider Provinzen hielt. Nach anderen Angaben des Ptolemaios sollte die Grenze irgendwo östlich von Brigetio liegen. Des­wegen kann man das ungelöste Problem der Koordinaten von Brigetio von der Frage der Grenze nicht trennen. Nach Ptolemaios begann die Grenze zwischen Brigetio und Curta. Die konkrete Beschreibung des Verfassers präzisiert die Grenze mit den Koordina­ten 41 ° der Länge und 47 40' der Breite, bei der Mündung des Flusses Arrabo. Doch kann der Anfangspunkt der Grenze nicht bei der Raabmündung gewesen sein, die würde dem Text des Verfassers widersprechen. Auch Ptolemaios selber muß dessen bewußt gewesen sein, und er war dessen auch bewußt. Denn bei ihm liegt ja Brigetio auf Grund der Gradeinteilung nicht auf seinem tatsächlichen Ort, bei Szőny, sondern im Bezirk der Raabmündung. Die Stelle wird mit den Koordinaten der Mündung charakterisiert. Ptolemaios hielt also aus irgendeinem Grund den Ort von Brigetio, und denjenigen der Raabmündung für denselben; dabei entfiel ihm das Gebiet zwischen der Raabmündung und Szőny. Was. folgt nun daraus? Lokalisiert Ptolemaios den Ort von Brigetio bei der Raab­mündung, so hat sich wohl etwas ähnliches auch im Fal' der Beschreibung der Grenzu zugetragen. Es fielen nicht bloß Brigetio und die Mündung des Flusses Arrabo zusammen, ja diese beiden ''rutschten'' sozusagen zusammen, es passierte dasselbe auch der mit ihnen angegebenen Grenze. Man findet in der Schilderung des Ptolemaios auch andere Anhaltspunkte dafür, daß bei ihm der Bezirk von Brigetio — worüber er doch zuverlässige Angaben besessen haben mag, denn es gab ja dort auch ein Legionslager — in der Tat mit der Raabmündung „zusammenrutschte". Man ersieht dies z. B. aus der Lage von Celamantia. Diese Stätte wird bei Ptolemaios in der Beschrei­bung des Gebietes außerhalb des Imperiums, in Germanien, neben der Donau aufgezählt (II 11, 15). Die Gradangaben für Celamantia sind dieselben, wie die 1 8 Cuntz, a­a- O. 162.

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