Folia archeologica 36.
V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez
DIE PTOLEMÄISCIIE BESTIMMUNG 93 für Brigetio korrigierten Angaben: 41 ° der Länge und 47 40' der Breite. Celamantia wird nun auf dem nördlichen Donau-Ufer, Szöny gegenüber der Befestigung Leányvár (Iza, Tschechoslowakei) gleichgesetzt. 11 1 Auf diese Weise wird durch die Koordinaten von Celamantia die Richtigkeit der Korrektur der geographischen Angaben für Brigetio erhärtet. Und nachdem die Gradangaben mit denjenigen der Raabmündung übereinstimmen, gewinnt dadurch auch die andere Vermutung an Wahrscheinlichkeit, daß nämlich Ptolemaios den Bezirk von Brigetio der Raabmündung gleichsetzte. Die Angaben des Ptolemaios ermöglichen also eine widerspruchsfreie Auslegung. Die Trennungslinie der beiden Provinzen ging von einem Punkt der Donau-Linie %wischen Brigetio und Curta-Crumerum ab nach Síiden Es bedarf hier eines Ausholens, bevor wir nach den Gründen der irrtümlichen Verschiebung, des ,Zusammenrutschens' fragen. Das Verschieben des Bezirkes von Brigetio ist u. a. auch ein historisch-geographisches Problem. Das heutige geographische Wissen, unsere eigene Betrachtungsart — eben weil wir davon überzeugt sind, daß diese der Wirklichkeit entsprechen, also richtig sind — mag in einer historisch-geographischen Untersuchung das Lösen eines umstrittenen Problems der Vergangenheit erschweren. Bei einer anderen Gelegenheit habe ich schon darauf hingewiesen, wie irreführend es ist, wenn man unser heutiges geographisches Bild in das Altertum zurückprojiziert. 2 0 Es ist nicht möglich, in der Untersuchung jener historischen Probleme, die mit antiker Geographie und Erdbeschreibung im Zusammenhang stehen, sich immer auf die heutigen Landkarten zu verlassen. Nicht bloß deswegen ist dies irreführend, weil gänzlich oder teilweise die Pflanzenwelt oder die Gewässerkunde in der Antike anders waren als heute, sondern vor allem deswegen, weil die ganze geographische Betrachtungsart im Laufe der Zeiten eine andere wurde. Ich meine damit, daß die Raumbetrachtung der antiken Geographen und Schriftsteller, unserer Informatoren, von der heutigen Betrachtung abweichend war. Die Gegenden, Himmelsrichtungen, Gebietseinheiten und ihre Ausmaße wurden damals anders aufgefaßt und beschrieben; Berge, Gewässer und ihre Gliederungen wurden anders erkannt und benannt. Es ist nicht Aufgabe dieses Artikels zu erforschen, warum unser geographisches Bild sich im Laufe der Geschichte ander gestaltete. Aber wir müssen an jene wichtigsten Gründe dennoch erinnern, die das Verändern der geographischen Betrachtungsart hervorgeurfen hatten. Der antike Mensch hat eine Landschaft nicht von der Landkarte erlebt und kennengelernt. Man ersieht dies u. a. auch daraus, daß die alten Landkarten von je einer größeren Gebietseinheit manchmal so entstellt sind, daß sie nach heutigen. Auffassung kaum noch als Landkarten gelten dürfen. Die Qualität einer Landkarte ist ja von den kartographischen und geodäsischen Kenntnissen ihres Verfassers abhängig. Die entscheidendsten negativen Faktoren sind in dieser Hinsicht: der Mangel der proportionsmäßigen Verkleinerung, das Nichtanwenden der Projektion, und nicht zuletzt manchmal auch die nicht hinreichende Kenntnis das dargestellten Gebietes. Aber der Unterschied, ob man eine Land1 9 TIR L-34. (Budapest 1968) 45.; Kurucz, /., Római nyomok a pannóniai Duna-limes balpartján (-Römische Spuren auf dem linken Ufer des pannonischen Donaulimes). (Komárom 1914); Barkóczi, L., Brigetio. Diss. Pann. II: 22. (Budapest 1951) =° Tóth, E., Arch. Ért. 108 (1981) 17.