Folia archeologica 36.

V. Kocztur Éva: Adalék Solymár római kori történetéhez

ANGABEN ZUR RÖMERZEITLICHEN GESCHICHTE DER GEMEINDE SOLYMÁR Die Analyse des 1970/71 in Solymár — auf dem Dinnyehegy (Melonenberg) l — freigelegten frühkaiserzeitlichen Gräberfeldes könnte — ähnlich wie bei anderen Fällen — zur Lösung von außerordentlich bedeutenden Fragen führen, wenn man auch die zum Gräberfeld gehörende Siedlung finden würde. In der Fachliteratur sind seit dem vergangenen Jahrhundert zwei Fundstät­ten bekannt, deren Funde auf eine römische Siedlung vetweisen: die Gebiete ,,Steinriegel" 2> 7 und ,,Krautgarten" : !' 8. Die topographischen Forschungsergebnisse lassen auf weitere zwei neuere Fundorte im betreffenden Bereich auf eine römische Siedlung schließen: am nordöstlichen Fuße des Gjörgyhegy (Georgeberges) 4 und im Zöldfavölgy (Grünbaumtal) 5 (Abb. Die Bereiche Steinriegel und Györgyhegy fallen nicht in die unmittelbare Umgebung des von uns behandel­ten Gräberfeldes. Wegen der Nähe könnten jedoch der Krautgarten und das Zöldfavölgy die Stelle der zum Gräberfeld gehörenden Siedlung darstellen. 1978 hatten wir die Gelegenheit, im sehr gefährdeten Bereich des Kraut­gartens sondierende Notgrabungen durchzuführen. Im Zusammenhang mit diesen beiden Ausgrabungen waren wir, bei Anwendung der Angaben der Komitatstopographie, auf dem gegenwärtigen Niveau der Erforschung bemüht, unsere Kenntnisse hinsichtlich der Siedlungsgeschichte zu summieren. Bei der Sondierung des Jahres 1978 wurde der Bereich Krautgarten (Abb. 2.) in einer Länge von rund 100 m, von der Hügelspitze in Richtung des Baches laufend, etwa in der Achse des Fundortes untersucht. Am Fuße des Hügels waren im Abschnitt 4 ostwestlich verlaufende Mauer­abschnitte zu erkennen: die letzte, in Tonerde gelegte Steinreihe der Fundierung (Abb. 3.). In den an der Hügelseite errichteten Abschnitten gab es keine Schichten oder Funde, die auf die Existenz eines einstigen Gebäudes verwiesen hätten. Eine Bauschicht war nur im Abschnitt 3 zu erkennen, der am Fuße des Hügels errichtet wurde. Am Grund des ersten Spatenstichs lagen Steine verstreut, im Schnitt lag Bauschutt (Abb. 5.). Es gab keine weiteren Möglichkeiten, die Aus­dehnung und die Funktion des Baus genauer festzustellen. Wir konnten nur noch einen weiteren Abschnitt errichten, in dem ebenfalls ein Mauerabschnitt erkennbar war. Er war im Vergleich zu den Mauern 1 und 2 etwas schräg nach Norden gerichtet (Abb. 4.). Im Boden der Abschnitte fanden wir keine Funde, nur auf der N-Seite der Mauer 1, in der O-Ecke kamen feingeschlämmte, graue Scherben des einheimi­schen Typs ans Tageslicht, darunter auch ein gestempeltes Fragment. Eben­solche Fragmente kamen in der Fundierung zwischen den beiden parallel ver­laufenden Mauern zum Vorschein. Die auf der Oberfläche freigelegten Funde in großer Zahl können in die Periode vom 1. bis zum Finde des 3. Jahrhunderts datiert werden, sie stammen hauptsächlich aus dem 2. Jahrhundert. Die Grabungsergebnisse lassen weder architektonische, noch historische Schlüsse zu. Es steht jedoch fest, daß Solymár auf der Karte von G. Finály 12 als „eine außer Zweifel stehende römische Route", als erste Station nach Aquin­cum auf der Linie Aquincum-—Brigetio —Arrabona angeführt ist. Die Strekke verläuft auch bei A. Graf 1: i auf die gleiche Weise, obwohl er den Namen von Solymár nicht erwähnt. Es scheint also begründet zu sein, im Laufe des 1.—2. Jahrhunderts hier mit einer bedeutenden Siedlung der Einheimischen zu rechnen. 6'

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