Folia archeologica 35.

Kiss Attila: Egy magyarországi V. századi gepida ezüstcsatról

78 KÁROLY MESTERIIÁZY Die rund 150 Gräber der vier gepidischen Gräberfelder von Ártánd bieten eine entsprechende Information zur Bestimmung der problematischsten prähun­nischen Nachlassenschaft des 4—5. Jhs., zum Zeitpunkt der Ansiedlung der Gepiden in der Körösgegend, zur inneren Gliederung der Chronologie der gepi­dischen Geschichte, zu ihren Verbindungen mit den verschiedenen Völkern usw. Von ihren thüringischen Beziehungen gibt es in den Gräberfeldern von Ártánd bloß ein einziges, aber bedeutendes Denkmal, das zu der frühen Zeitphase gehört. Die Beziehungen des 6. Jhs beweist ein aus Hajdúböszörmény stammender Gegenstand. 1. Aus dem Grab 182 des Gräberfeldes von Biharkeresztes—Ártánd—Nagy­farkasdomb ist ein eigenartiges thüringisches Fibelpaar (Abb. 1: 1 — 2) zum Vor­schein gekommen. Auf dem Brustkorb des Frauenskelettes war unter den Schlüsselbeinen je eine gegossene Fibel aus vergoldetem Silber. Der hohle Bügel ist von drei Querrippen geziert. In den beiden äußeren Rippenbündeln befindet sich auch je eine Perldrahtnachahmung. Die sich erweiternde Fußplatte geht herz­förmig aus. Der Rand ist von einem aus in zwei Reihen einander gegenüber stehenden Dreiecken bestehenden, mit Niello ausgefüllten Rahmen umfaßt, der sich am Ende der Füße in einander gegenüber stehender Spirale schließt. Im Zierfeld innerhalb des Rahmens befinden sich sechs V-förmige Kerbschnitte und ein liegender Rhombus. Die Spiralkonstruktion der Fibel war aus Eisen. Am En­de des Achsenstiftes waren Hohlknöpfe aus zwei Blechkugeln und ein solcher Knopf dürfte auch die Stirnseite des Bügels geschmückt haben. Die zweigliedrige Fibel hatte eine untere Sehne. Länge der Fibel: 8 cm, abgenutzt. 2 2. In der Gemarkung von Hajdúböszörmény—Telekföld ist ein Rippengefäß zum Vorschein gekommen. Birnenförmiges, kleines, schwarzes Gefäß, am Bauch mit sechs ovalen Wülsten, zwischen den Wülsten dreifache, senkrechte Rippen. Die Höhe beträgt dem Inventarbuch nach 12,5 cm, der Durchmesser 9 cm. s Die vollständigste Liste der Parallelen unserer Fibel hat Joachim Werner zusammengestellt und wurde von ihm Wiesbadener Typ genannt. 4 Die besten Parallelen sind uns aus Grab 2 von Wulfen und aus dem Schatz von Swilcza bekannt. Jedoch während die erste Berthold Schmidt für die Variante der С Fi­bel von Niemberg hält, nennt Kazimierz Godlowski die Fibel von Swilcza 2 Im Grab waren außer dem Fibelpaar neben dem Becken des Skeletts eine keilgekerbte Schnale, beim Fuß ein kleines, handgemachtes Gefäß sowie ein Messer und ein doppelkonischer Spinnwirtel (Abb. 1:4). a Im Jahre 1929 beim Ziegelstreichen aus einer Tiefe von 1 m zum Vorschein gekommen. Daneben wurde auch ein größeres Gefäß gefunden, das nicht herausgehoben werden konnte, außerdem befanden sich Perlen, Menschen- und Tierknochen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Grabfund. Hajdúböszörmény, Hajdúsági Múzeum, Inv. Nr. 52. 505. 1., alte Inv. Nr. 26/1929. Hajdúsági Múzeum Archäologische Dokumentationsabteilung 27. Erste Erwähnung: Mesterba'zy, K., Hajdúböszörmény földjének története a népvándorlás és honfoglalás korában. In: Hajdúböszörmény története. (Hajdúböszörmény 1973) 15. Das kleine Gefäß wird seit 1971 vermißt, Zeichnung oder Foto sind darüber nicht erhalten geblieben. 4 Werner , /., Zu einer elbgermanischen Fibel des 5. Jahrhunderts aus Gaukönigshofen, Ldkr. Würzburg. BVbl 46(1981) 225—254.

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