Folia archeologica 35.

Garam Éva : Későavar kori aranytárgyak a Magyar Nemzeti Múzeum Népvándorláskori Gyűjteményében

VLERAPSIDALER KLRCHENTYP 121 muß, die als ,ecclesia baptismalis', also als Urpfarre, als Taufkirche funktionierte,, von der aus die Bekehrung zum christlichen Glauben mit Hilfe der bewaffneten Kräfte der Staatsgewalt gelenkt und durchgeführt wurde. 1 4 Dies aber war nur innerhalb der befestigten Burg (civitas) möglich. Auf diese Weise müssen wir annehmen, daß die vierapsidale Kirche von Fehérvár in den Jahren von 972 bis 997 gebaut wurde, als in Transdanubien die Organisierung des Staates und der Kirche begann. Diese Zeitbestimmung wird durch die mittelalterliche Überlieferung unter­stützt, wonach der Großfürst Géza (+ 997) in der Sankt Peterskirche von Fehér­vár beigesetzt worden war. Wenn unsere frühere Hypothese richtig ist, daß das mit heidnischen und christlichen Symbolen verzierte sog. Sarkophag vom Stephan des Heiligen dem Großfürsten Géza verfertigt wurde, dann wurde dieser Sar­kophag im westlichen Apsis unserer Kirche aufgestellt. Wenn unsere Hypothese falsch ist, entsteht die Möglichkeit einer fürstlichen Bestattung mit Sarkophag, da unserer Meinung nach wegen qualitativem Unterschied in der Hypothese von G. Entz — E. Szakái die Dachbruchteile des Sarkophags eher zu einem anderen Sarkophag gehören. 1 5 Die vorhandenen Angaben lassen daraufschließen, daß Großfürst Géza nach seiner Taufe im Jahre 973 in seiner befestigten Burg eine der ersten Kirchen errichten ließ. So kann die ,ecclesia baptismalis' quasi auch eine ,capella regia' gewesen sein, was teils auch eine Erklärung dafür geben kann, weshalb sein Sohn, St. Stephan I. gerade in Fehérvár eine wahre ,propriam capellam' stiftete. 1 6 Prinzipiell kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, daß der Gedanke des Baus der Kirche mit dem Namen der von dem byzantinischen Bischof Hierotheos in Siebenbürgen getauften Großfürstin Sarolt von Sieben­bürgen verbunden ist. Das ermöglicht keine weitere Verfeinerung der Zeit­bestimmung, doch es mag eine Erklärung für den aufgrund des Grundrisses fest­gestellten byzantinischen Ritus sein. 1 7 D. Dercsényi 1 8 und danach Gy. Györffy 1 9 gaben ihrer Meinung Ausdruck,, wonach König Stephan 1. die untersuchte Kirche als Grabkapelle für seinen Vater bauen ließ. Ihrer Begründung zufolge wäre „die zentrale Gruppe (das heißt Feldebrő, Tarnaszentmária und ihr Pendant in Fehérvár) evtl. dem Einfluß der um die Mitte der Herrschaft des König Stephan I. beginnenden griechischen Beziehungen und der Pilgerwege nach Jerusalem zuzuschreiben; die Pilger haben » Ebd. 1 5 „. . . ad ecclcsiam SS Petri et Pauli in foro sitam, in qua sepultus fuisse Gieza pater B. Stephani ..." schreibt Ioannis Dlugos in Zusammenhang mit der Krönung von Wladislaus (Ulászló I) im Jahre 1440 in Stuhlweißenburg. Hist. Polonicac. I. (Lipsiae 1711) 742—743.; Kralováns^ky, Л., Alba Regia 8—9(1968) 85—92.; Szakái, E. —Eni z, G., István király szarko­fágja. IKiMK А, 11. (Székesfehérvár 1969) 5—23. I( i Legenda S. Stephani regis ab Hartvico episcopo conscripta. Cap. 13. Scriptores rerum Hungaricarum. II. (Budapestini 1938) 418. 1 7 Vgl. Mezey , L., a.a.O.; Timko, /., Keleti egyházak, keleti kereszténység. (Budapest 1971); Moravcsik, Gy., Studia Byzantina. (Budapest 1967) 326—340. Damit in Zusammenhang stehen die in unmittelbarer Nachbarschaft von Székesfehérvár befindlichen und zu Ehren von byzan­tinischen Heiligen geweihten Kirchenplätze: Georg, Michael, Cosma-Damian, Pantaleion sowie, die Kirche zum Heiligen Kreuz vom sog. Tarnaszentmária-Typ in der Stadt. 1 8 Lokale Meinung von Jahre 1971. 1 9 Györffy, Gy., István király . . . 350.

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