Folia archeologica 35.

Garam Éva : Későavar kori aranytárgyak a Magyar Nemzeti Múzeum Népvándorláskori Gyűjteményében

120 ALÁN KRALOVÁNSZKY Die Auswahl des Ortes, die gut geplante Konstruktion des Gebäudes und die darauf äußere und innere Raumgestaltung repräsentieren jenes Ideal, gleicher­weise auf würdige Art, das berufen war, nach ihnen zu dienen, nach außen zu verkünden, und so auch den Auftraggeber betont zu repräsentieren. Während das erste — durch architektonische Mittel — durch das gleich­schenkelige Kreuz, die vier Pfeiler, die Kuppel und vielleicht durch Mittel der bildenden Kunst sowie die inneren Verzierungen (Altar, Chor und Schiff, tren­nender Vorhang (?), Fresken (?), Schnitzereien (?) symbolisiert wurde, so wird letzteres durch den hervorragenden Ort, durch das zeitbeständige Material und die Farbe des Gebäudes symbolisiert. 8 Die Zeit des Bauens läßt sich nur auf indirekte Weise bestimmen, da wir über keine schriftlichen Daten verfügen. Gemäß den archäologischen Angaben des Fundortes trat im letzten Drittel des 10. Jh. auf diesem Gebiet eine starke Siedlungskonzentration ein. In vonein­ander nahezu gleicher Entfernung sind zehn Siedlungseinheiten von damals nachweisbar, deren Zentrum der Flügel ist, auf dem sich unsere Kirche befindet." Bei den auf diesem Hügel durchgeführten Ausgrabungen hat sich herausgestellt, daß um die Jahrtausenwende am Rande des Hügels ein Graben bzw. eine Schanze gebaut, und innerhalb deren eine Terrain —Regulierung durchgeführt wurde. Wenn wir in Betracht ziehen, daß König Stephan I. (997—1038) um 1003 oder 1018 die .königliche Kappele' des neuen christlichen Staates und seiner Herr­scherfamilie nicht auf dem obersten Punkt des Hügels, sondern am Rande dessen auf einem um 5 Meter niedriger liegenden Niveau erbauen ließ, dann muß ange­nommen werden, daß er dazu gezwungen war, weil der höchste, also der vor­nehmste Punkt der Siedlung von einem anderen, nicht abreißbaren Bau (anderen Bauten) bereits besetzt war. 1 0 Die erste Urkunde über die Siedlung stammt aus dem Jahre 1009. Damals wurde sie unter dem Namen Fehér vár (Alba civitas) und als Komitatssitz er­wähnt. 1 1 Die Komitatssitze waren im ganzen Lande befestigt und wurden auf hervorragenden Geländepunkten ausgestaltet. 1 2 Da unsere schriftlichen Quellen nur die königliche Basilika in Fehérvár als eine Gründung des König Stephan I. betrachten und die der Stadt nicht, haben unsere Forscher aufgrund der archäolo­gischen und historischen Angaben die Schlußfolgerung gezogen, daß Fehérvár zur Zeit des Großfürsten Géza (972—997) entstanden ist. 1 3 Wenn dies stimmt, muß angenommen werden, daß zur Zeit der Organisie­rung des neuen Staates und der Kirche in Fehérvár eine Kirche gewesen sein 8 Tompos, E., Az építészet története. Középkor. (Budapest 1971) 117 -159.; Györffy, Gy Das Erscheinen von Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) in den Geschichtsqucllen. In: Székes­fehérvár évszázadai. 1. (Székesfehérvár 1967) 19—25. 9 Kralovánszky, Л., Siedlungsgeschichtliche Probleme der Stadt Stuhlweißenburg (Székes­fehérvár) in den X— XI. Jahrhunderten. In: Székesfehérvár évszázadai. 1. (Székesfehérvár 1967) 35—47. 1 0 Erstmal festgestellt von: Fiigedi, E., Településtört. Közi. 20(1967) 32. 1 1 Györffy, Gy., a.a.O. 22. 1 2 Ders., István király és műve. (Budapest 1977) 191—232. 1 3 Fiigedi, E., a.a.O.; Györffy, Gy., István király . . .; Kralovánszky, A., Siedlungsgesch. . . .; Mezey, L-, Die kirchlichen Institutionen Stuhlweißenburgs (Székesfehérvár) im Mittelalter. In: Székesfehérvár évszázadai. 2. (Székesfehérvár 1972) 21—23., 35—36.

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