Folia archeologica 35.

Mesterházy Károly: Adatok az V-VI. századi gepida-thüring kapcsolatokhoz

SPÄTAWARENZEITLICHE GOLDGEGENSTÄNDE 103 versehen werden, wie die anderen, von Verkäufern oder Geschenkgebern mit­geteilten Fundorte. Über den Befund der Schleife ist uns nichts bekannt. Der Geschenkgeber hat mit der Schleife zusammen römische Münzen, „Spinnwirtel, 2 St. Bronzeohrgehänge, Eisenreifen, Eisenblech und Pfeilspitze" 1 0 dem National­museum übergeben. Die archäologischen Gegenstände, die die Funde eines awarischen Gräberfeldes gewesen sein dürften, haben schon im Jahre 1958 bei der Revision gefehlt. Die Bestattungssitten der Fürsten und der führenden Schicht der Spätawa­renzeit sind uns nicht bekannt. Wir wissen nicht, ob man die vornehmen Persön­lichkeiten der frühawarenzeitlichen Sitte entsprechend einzeln bestattet hätte oder aber ob sie in den Gemeinvolk —Gräberfeldern ruhten. So kann auch nicht entschieden werden, ob diese awarenzeitlichen Gegenstände und die Goldschleife von ein und demselben Fundort stammen oder aus den verschiedenen Gemar­kungen der Gemeinde zum Vorschein gekommen sind. Der mit Goldschleife bestattete Mann dürfte ein hoher Würdenträger gewe­sen sein. Ein Beweis hierfür ist die Verzierung seines Gürtels mit Goldbeschlägen und auch die meisterhafte Ausführung der Schleife. Das Gewicht der Schleife beträgt 10,96 g, mehr als 1 dg. Untersuchen wir die Gürtel, die mit der Schleife ähnlich verzierten Riemenzungen, Beschlägen verziert waren oder deren Schleifen dem Exemplar von Tab gleiche Ausführung zeigen, so können wir sehen, daß die Schleife eventuell zu einer solchen Gürtelgarnitur gehört hat, die rechteckför­mige Beschläge mit Greifendarstellungen, gegossene Riemenzungen mit tüllen­förmigem Klemmteil, gegossene oder aus Blech gefertigte Schnallen enthielt. Das Gewicht der Schleifen ähnlichen Typs ins Verhältnis zur Schleife von Tab gestellt, sodann die Stückzahl und das Gesamtgewicht der aus solchen Beschlägen zusammengestellten Gürtelgarnituren in Betracht genommen, können wir sagen, daß die mit Schleife verzierte Gürtelgarnitur von Tab wahrscheinlich zumindest aus 1500 g (15 dg) Gold hergestellt worden ist. Eine von Greifen beschlagene Gürtelgarnitur beträgt 26—35 dg, in dem die Schleife — und vermutlich auch die übrigen Beschläge — doppelt so schwer wiegen, als die aus Gold. Das auf diese Weise gefolgerte Goldgewicht von 1500 g bedeutete schon in sich einen beträchtlichen Wert und läßt auf die hohe Würde seines Besitzers schließen. Außer der Menge des Goldes und seiner Feinheit müssen wir noch die künstlerische Ausführung des Gegenstandes erwähnen. Weder das Muster der Schleife, noch ihre Verzierung sind unbekannt. Die in der Mitte einfache oder mit geperlter Rippe in zwei Feldern geteilte Wellenlinienverzierung erscheint an zahlreichen awarenzeitlichen Riemenzungen. Die große, an der Rückseite mit Greifen verzierte Riemenzunge mit Tülle in Grab 119 des Gräberfeldes von Győr hat das gleiche Muster an der Vorderseite. Im Grabe befanden sich in einen Wildeberkopf ausgehende kleine Riemenzunge, eine glatte Schnalle mit aus einem Stück gegossenem Körper und mit Perlenreihe verzierte, runde, gegos­sene Gürtelbeschläge aus Bronze. 2 0 In Grab 125 von Kékesd zeigten beide Seiten der großen Riemenzunge mit Tülle ein der Schleife von Tab ähnliches Muster, 1 9 Inventarbuch des Ungarischen Nationalmuseums. Inv. Nr. 131/1881. 2 0 Fetticb , N., Győr története a népvándorláskorban. — Die Geschichte von Győr in der Völkerwanderungszeit. (Győr 1943) Taf. XX, 1., Taf. XXVIII, 15.

Next

/
Oldalképek
Tartalom