Folia archeologica 35.
Mesterházy Károly: Adatok az V-VI. századi gepida-thüring kapcsolatokhoz
102 ÉVA GARAM können. Alle drei lassen sich in die Spätawarenzeit datieren, in die Periode, aus der uns — zumindest aus dem einheimischen Denkmalmaterial — bisher Gürtel mit Goldbeschlag nicht bekannt sind. Ihr Vorhandensein in drei chronologischen Perioden der Spätawarenzeit werden aber durch diese drei Gürtelzierden eindeutig bewiesen. Gürtelbeschlag mit Kinganhänger: Die aus Bronze oder aus Silberblech gefertigten Gürtelbeschläge mit Ringanhänger sind im allgemeinen bekannte Stücke der ältesten Periode der Spätawarenzeit. Die bronzenen und silbernen Exemplare weichen der Form nach von dem vorgeführten goldenen Gürtelbeschlag etwas ab, ihr Blech ist breiter. Wir kennen aber auch solche Beschläge, bei denen sich je ein schmales Bronzeband mit Ringanhänger an den beiden kurzen Seiten des rechteckförmigen Bronzebleches befindet. 1 5 Es kann angenommen werden, daß der vorgeführte Beschlag mit Ringanhänger den einen Teil eines Gürtelbeschlages von solchem Typ bildet. Die Gürtelbeschläge mit Ringanhängern und die mit ihnen gleichzeitig gebrauchten doppeldreieckig ausgeschnittenen Beschläge haben — unseren bisherigen Kenntnissen nach — solche Gürtel verziert, deren Schnalle aus einem trapezförmigen Kopf und einem Blechkörper besteht, die kleinen und großen Riemenzungen sind gerippte Tüllenriemenenden oder gegossene, greifen-rankenverzierte Exemplare. Gürtelbeschläge mit Ringanhänger sind uns in ähnlichem Milieu nicht nur aus dem Karpatenbecken, sondern auch aus dem zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspisee gelegenen Fundort Pescanka bekannt, 1 0 was auf die östlichen Wurzeln dieses Typs hinweist. Einen Gürtelbeschlag mit goldenem Ringanhänger, jedoch mit breiterem Blech, als das vorgeführte Exemplar, ist uns bisher nur aus dem Fund von Vrap bekannt, ein ähnliches Stück kommt auch im sog. „Sotheby —Schatz" vor. 17 Von diesen ist aber die Originalität des letzteren dubiös, die kritische Bearbeitung des Fundes von Vrap läßt noch auf sich warten. Das vorgeführte Stück von unbekanntem Fundort ist aller Wahrscheinlichkeit nach im Karpatenbecken zum Vorschein gekommen, bildet zugleich das einzige auf uns gebliebene Exemplar eines auf das erste Drittel der Spätawarenzeit (Anfang des 8. Jhs) datierbaren, goldbeschlagenen Gürtels. Die Schleife von Tab: Die seit mehr als 100 Jahre als Geschenk in den Besitz des Ungarischen Nationalmuseums gelangte goldene Riemenschleife hat — trotz dessen, daß sie schon von Hampel mitgeteilt wurde 1 8 — weder in den Berichten und in der Fachwelt, noch in Ausstellungen den ihr gebührenden Platz eingenommen. Der Fundort Tab, im Komitat Somogy kann ebenso mit einem Fragezeichen 1 5 Kiss, A., a.a.O. Pl. LIX, 9. Moskva, Gos. Istorieeskij Muzcj, Inv. Nr. 45/30 b. 1 7 Str^ygoivski, ]., Altai-Iran und Völkerwanderung. (Leipzig 1917) Taf. V.; Catalogue of the Avar treasure Sothebv Parke Bernet and Co. (London o. J.) 23. 1 8 Siehe: Anm. 2.