Folia archeologica 31.

Lovag Zsuzsa: Árpád-kori pecsétgyűrűk. I.

ARPADENZEITLICHE SIEGELRINGE I. Die mittelalterlichen Siegelringen Ungarns wurden in früheren Publi­kationen gewöhnlich aufgrund der Stilkritik datiert. Vor einigen Jahren ist eine Studie erschienen,welche die mit Münzen verborgenen, also genau datier­baren Juwelenfunde des 13. Jhs. erörtert. 2 Die aus Hortfunden stammenden Ringe dienten als genaue Analogien zur Zeitbestimmung weiterer, in den Sammlungen des Ungarischen Nationalmuseums aufbewahrten Ringe, deren Fundumstände unbekannt sind. In der gegenwärtigen Publikation befaßt sich Verfasserin mit jenem Teil der Siegelringe aus dem 13. Jh., deren Type auch in münzdatierten Hortfun­den vorkommen, uzw. außer den nur mit geometrisch verzierten oder mit Lilienemblem versehenen Siegelringen mit solchen Typen, welche die Macht­insignien des Königtums darstellen. Diese ist in erster Reihe das Doppelkreuz, welches, wie auch in der sphragistischen Literatur allgemein anerkannt, als das Emblem der zentralen Macht auf Privatsiegel von Landesamte beklei­denden Personen des 13. Jhs. gelangt war. Doppelkreuze von Stern und Halbmond flankiert (Abb. 4) zeigen auf einfachen Siegelringen aus Bronze oder Silber daraufhin, daß ihre Verfertiger die Münzbilder der Prägungen von Andreas II (1205— 1235) und Béla IV (1235- 1270) nachahmten. Für Ringe, welche menschliche Figuren, das Doppelkreuz bzw. den Lebens­baum haltend (Abb. 2, 6—12) oder den Agnus Dei (Abb. 3,1 — 6) darstellen, nahm man gleichfalls den Verso der Münzen von Andreas II und Béla IV als Vorbild. Die Studie behandelt eingehender einen goldenen Ring mit der Legende IANVS, einen Männerkopf in frontaler Stellung darstellend {Abb. 4, 14). Verfasserin ist der Meinung, daß es hier um die Darstellung eines Königskopfes handelt, welcher als solcher gleichfalls als Herrschaftszeichen — nach deut­schen Vorbildern — auf den Ring gelangte. 5 0" 6 1 Aufgrund des Siegelabdrucks von einer Urkunde aus dem Jahre 1236, welcher ähnliche For men und Buch­stabentypen zeigt und ein Doppelkreuz darstellt, wird auch der IANVS­Ring auf die Dreißigerjahre des 13. Jhs datiert. Die hier veröffentlichten Siegelringe können aufgrund ihres Materials und ihrer Ausführung — mit einer kleinen Ausnahme — nicht mit den Ober­schichten der Gesellschaft in Zusammenhang gebracht werden. Ihre Eigentü­mer werden von Verfasserin mit jener Gesellschaftlichen Schicht identifiziert, deren Mitglieder im ersten Drittel des 13. Jhs eine Rolle im öffentlichen Leben zu spielen anfingen, d.h. mit dem kleinen Adel, der sich aus den Burg­männer und den Servienten gebildet hatte. Aus dieser in Dörfern lebenden, über

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