Folia archeologica 27.

Endre Tóth: Savaria és környéke IV-IX. századi történeti problémáihoz

SAVARIA 101 und auf diese Weise der künstliche Kanal ohne Wasser geblieben. Wegen der Auffüllung mußte man sowohl den Kanal, wie auch die Abzweigung reinigen, instand halten und fallweise von neuem aufbauen. In entgegengesetztem Falle wäre das künstliche Gyöngyös-Bett vom 4. Jahrhundert an, bis zum ungarischen Mittelalter nach ein-zwei größeren Überschwemmungen ohne Wasser geblieben, was in einigen Jahrzehnten - schon durch die Verbreitung der Vegetation ­das Zugrundegehen des künstlichen Bettes zur Folge gehabt hätte. Das Gyön­gyös-Bett existiert aber auch heute noch und diese Tatsache setzt voraus, daß die Abzweigung von der Römerzeit bis zum ungarischen Mittelalter laufend instand gehalten wurde. Dies bedeutet wiederum, daß Savaria von der spätantiken Zeit bis zum ungarischen Mittelalter ununterbrochen auch bewohnt war. Der künst­liche Gyöngyös-Kanal ist ist durch sein heutiges Bestehen außer der Kenntnis des Stadtnamens Savaria das wichtigste Argument für die kontinuierliche Bewohnt­heit der Stadt, für das Fortleben der spätantiken Bevölkerung. 3 2 Die Kenntnis der antiken Benennungen der Gyöngyös- und Perint-Bäche helfen uns auch bei der genaueren Lokalisation der aus dem 9. Jahrhundert be­kannten Siedlung sicca Sabaria. Die aus der Karolingerzeit stammende authentische Urkunde des Jahres 860 3 3 und die falsche aus 885 3 4 erwähnen nämlich zwei Ortschaften, namens Sabaria: Sabaria civitas und den Besitz sicca Sabaria. Die Forschung identifiziert Sabaria civitas, deren Kirche auch in der verfälschten Urkunde des Jahres 885 erwähnt wird, einheitlich mit dem heutigen Szombathely. 3 5 Betreffs der Lokalisie 3 2 Die archäologische Forschung der Völkerwanderungszeit beurteilt - auf Grund der Ausgrabungen - das Weiterleben der spätrömischen Provinzialbevölkerung immer positiver­Bei diesem Problem müssen wir vor allem auf eine völkerwanderungszeitliche Zusammen, fassung von I. Bona verweisen: Acta Arch.Hung. 23(1971) 265 , wo der Verfasser mit eindeuti­gen Angaben an den verschiedenen Punkten von Transdanubien (innerhalb des 5. Jhs) das Fortleben der spätantiken Provinzialstädte, das Zusammenleben mit den sich kürzere oder längere Zeit dort aufhaltenden völkerwandcrungszeitlichen Stämmen beweist und seine positive Meinung über das weitere Bestehen der Bevölkerung auslegt. In der Beurteilung des Problems teile ich die Meinung von I. Bóna: Tóth, E., Savaria 5(197.) im Druck; Ders., Acta Arch.Hung. 26(1974) 269-.; Ders., FA 25(1974) 161. Der Frage des Weiterlebens der Provinzialbevölkerung des 4. Jhs muß in der archäologischen und historischen Untersuchung der Wende des 4.-5. Jhs eine wichtige Rolle zufallen. Natürlicherweise ist die genaue Bestimmung der materiellen und geistigen Kultur der Bevölkerung des 4. Jhs unerläßlich. Die Forschung schreibt den über die Auswanderung der Bevölkerung aus der Provinz nach dem Süden (Italien, Dalmatien) und den über ihren Verfall berichtenden Quellenangaben - meiner Meinung nach - eine allzugrosse Bedeutung zu (wobei man auch gerne verallgemeinert). Es ist selbstverständlich, daß die in den mittleren Teilen des Reiches lebenden Autoren vor allem die „Greuelnachrichten" wieder geben. Diesen Daten gegenüber sind uns aber auch solche literarische Angaben bekannt, die das Weiterleben der örtlichen Bevölkerung beweisen. Meines F.rachtens lebte die in ihrer Mehr­heit lateinisch sprechende Provinzialbevölkerung gebiets- und zeitmäßig verschiedentlich, je­doch viel länger im Gebiete Pannoniens (auch im heutigen Transdanubien!), selbst nach dem örtlichen Fall der amtlichen, organisierten, zentral gelenkten römischen Verwaltung und Herr­schaft weiter. Diesem Zeitpunkt folgend wurde die örtliche Organisation vielmehr von der Kirche vertreten. Die Bevölkerung hat ihre eigenartige „römische" Kultur eine Zeit lang beibe­halten und ging dann langsam in andere Volksgruppen auf. Den Zeitpunkt betrachtet, halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß die Provinzialbevölkerung in verschiedenen Orten auch das 9. Jahrhundert erlebt hat. 3: 1 MG D Karol. I. Ludovici Germ. Nr. 102, 147-.; Regesta: UB I. Nr. 10. 3 J MG D Karol. III. Arnulphi, Nr. 184., 28 -.; UB I. Nr. 17. 3 5 Vgl. U В I. p. 6.

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