Folia archeologica 27.
Endre Tóth: Savaria és környéke IV-IX. századi történeti problémáihoz
102 E. TÓTII rung der sicca Sabaria teilen sich aber die Meinungen/' 0 Hierin spielten vor allem die Benediktiner von Pannonhalma eine Rolle, da sie das in der Umgebung von Pannonhalma (einst: Győrszentmárton genannt) gelegene und in den Urkunden der Abtei von Pannonhalma aus dem 12. und 13. Jahrhundert 3 7 vorkommende Sabaria mit sicca Sabaria identifiziert und auf diese Weise die Kontinuität dieser Ortschaft von der Römerzeit an über das 9. Jahrhundert bis zur Árpádenzeit angenommen haben. 3 8 Diese Identifikation ist aber unannehmbar und zwar darum, da in dem zum Karolingerreich gehörenden Teil Transdanubiens im 9. Jahrhundert außer Sabaria-Szombathely noch ein anderes Sabaria bzw. im 12.-13. Jahrhundert auch in der Umgebung von Pannonhalma ein Sabaria erwähnt wird. Diese beiden, mit Szombathely nicht identifizierbaren Siedlungen können jedoch ohne genaue Prüfung nicht identifiziert werden. Insbesondere ist es unmöglich, das aus dem 12.-13. Jahrhundert bekannte Sabaria in der Umgebung von Pannonhalma in das Altertum zurückzusetzen, seine römerzeitliche Existenz zu akzeptieren. In Pannonién läßt sich dem gegenwärtigen Stande der Forschung nach innerhalb einer Siedlung ein solcher Grad der Kontinuität (gerade mit Ausnahme von Sabaria-Szombathely, wo der Name der antiken Siedlung durch das ganze ungarische Mittelalter bekannt, bewußt war), daß der antike Städtename — insbesondere im Falle der kleineren Siedlung — ohne Unterbrechung bis zum ungarischen Mittelalter weiterleben konnte, kaum identifizieren. Andrerseits gibt es in der römischen Provinz Pannónia Angaben nur über ein Savaria, u. zw. über das heutige Szombathely. Dazu macht die römer- oder karolingerzeitliche Herkunft des Namens und der Siedlung von Sabaria in der Umgebung von Pannonhalma vorweg jener Umstand verdächtig, daß es im Zusammenhang mit Martinus, dem Bischof von Tour, einem der meist geehrten Heiligen des Mittelalters und des Benediktinerordens erwähnt wird, der aus dem 12.-13. Jahrhundert stammenden Angaben von Pannonhalma nach dort geboren wäre. 39 Davon kann aber in der Kenntnis der Lebensbeschreibung des Hl. Martins, 40 die sein Schüler Sulpiciiis Severus verfaßt hat, keine Rede sein. Nach dem Text der Biographie wurde Martin in Pannonién, in Savaria oppidum, 4 1 also in einer größeren Siedlung, in einer Stadt geboren. In der Umgebung von Pannonhalma ist uns aber eine antike Stadt, namens Sabaria nicht bekannt (Pannonhalma liegt auf dem Territorium des antiken Mursella). Die im 12. Jahrhundert erscheinende, kurzlebige und nachweisbar durch Entwicklung entstandene Nachlassenschaft aus Pannonhalma 4 2 kann auf 800 Jahre vorhergehend im Gebiete Ungars nicht als authentisch betrachtet werden. Die Bezeichnung sicca Sabaria des 9. Jahrhunderts muß man in sich selbst, mit Hilfe der dieses erwähnenden sowie anderer karolingerzeitlicher Urkunden, jedoch unbedingt ohne Heranziehung der aus Pannonhalma bzw. aus dem ungarischen Mittelalter stammenden Daten lokalisieren, die Nachlassenschaft von Pannonhalma hingegen sinngemäß erklären. 3 6 Vgl. UB I. p. 7. .17 pRT I Nr 3_ un ij jhj-e späteren Bekräftigungen. 3 8 Neulich: Csóka, J. L., Vigilia 34(1969) 379. 39 prt j 15 u nj Urkunde 185., ferner die einschlägigen Stellen der Legenda maior S. Stepbani regis (BHL 7918) und der Vita S. Stepbani regis anctore Hartirico ep. (BHL 7921). 1 0 BHL 6510. 4 1 Vita S. Martini I. 1. (BHL 5610). 4 2 Tóth, E., Vigilia 39(1974) 306-. Auf die Frage komme ich noch zurück.