Folia archeologica 27.

Endre Tóth: Savaria és környéke IV-IX. századi történeti problémáihoz

100 E. TÓTII All dies unterstützt auch jene Tatsache, daß der Bach bei seinem Unterlauf selbst noch im 9. Jahrhundert Savaria genannt wurde. 2 9 Das Bestehen des von den Römern ausgegrabenen Kanals bis zum Mittel­alter bzw. bis zum heutigen Tag ist ebenfalls geeignet, um daraus historische Schlüsse zu ziehen. Diese Folgerungen sind betreffs der Geschichte von Savaria im 5.-9. Jahrhundert von sehr großem Belang. Ohne die ständige Instandhaltung der Bachabzweigung und des Kanals wäre nämlich letzterer nach einigen Jahren ohne Wasser geblieben und hätte sich, ebenso wie andere römische Wasserregu­lierungs- und Bewässerungsanlagen in den folgenden Jahrhunderten aufgefüllt. Aus dem Mittelalter sind uns tatsächlich Daten bekannt, die über die regelmäßige Reinigung und Instandhaltung des Gyöngyös-Bettes zeugen. Das regelmäßige Reinigen des künstlichen Bettes ist auch heute nötig. Die Mühlen der Stadt und ihrer Umgebung lagen im ungarischen Mittelalter entlang des künstlichen Kanals der Gyöngyös, was die ständige Instandhaltung des Kanals, die Sicherung eines ständigen Wasserdurchlaufes nötig machte. 3" Ein charakteristischer Fall hierfür ist zum Beispiel, daß 1570 Miklós Jurisich jun. der Herr von Kőszeg das Gyön­gyös-Bett hinter der Abzweigung eine Zeit land abdämmen ließ, weshalb das Wasser in das andere Bett, in die Perint übergeströmt ist; das Gyöngyös-Bett blieb trocken und die entlang seines Ufers gebauten Mühlen wurden lahmgelegt. Der Hintergrund dieser Handlung von Jurisich ist uns nicht bekannt. Gewiß kam es zwischen ihm und der Stadt zu irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten und um für sicheine günstige Lösung zu erreichen, versuchte Jurisich die Staft aus diese Weise zu erpressen. 3 1 Außer der Reinigung des Kanals - und dies war das wichtigste - mußte sowohl der Damm, wie auch das Streichwehr in Ordnung gehalten werden. Es ist uns nicht bekannt, ob man im Altertum bei der Abzwei­gung die Wasserteilung mit einem Streichwehr gelöst hätte, jedoch können wir uns auf Grund des Geländes keine andere Lösung vorstellen. In den alten Zeiten, als man das Streichwehr und das Abzweigungssystem noch aus Reisig gebaut hat, wurde das Streichwehr bei einem größeren Hochwasser von der starken Strömung mitgerissen, mußte also immer wieder erneut werden. Hätte man dies nicht gemacht, so wäre das Wasser des Baches durch das Abzweigungssy­stem nicht in das künstliche Bett, sondern in den natürlichen Arm wetergeflossen Namen erfolgten Benennung liegt vom Gebiet der Stadt Savaria weit westwärts, schon in der westlichen Hälfte des hohen und waldigen Kőszeger Gebirges. Diese Benennungen können nicht als karolingerzeitliche Namengebungen betrachtet werden: in diesem Falle hätte man näm­lich den Bach bei der Quelle nach der fernliegenden Siedlung benennen müssen. Dies setzt hingegen (in hydrologischer Hinsicht) die volle Kenntnis des Wassersystems der Perint (und auch eine dichte Besiedlung) voraus, was auf Grund der Zeit (9. Jh.) sowie der geographischen Verhältnisse fast unglaublich ist, jedoch zur Römerzeit kein Problem bildet. Deshalb steht ­meines Erachtens - der Wirklichkeit jene Möglichkeit näher, daß die Perint in der Römerzeit Savaria genannt wurde (und dieser Name auch bei der Quelle des Baches ganz bis zum 9. Jh. aufrecht geblieben ist), die Angabe der passio Qitirini ist hingegen das Resultat einer Namenver­stümmelung. Was ist also bezüglich der Angabe des Ptolemaios die Lage? Er hat sich entweder geirrt oder man hat beide Flüsse bzw. Bäche Savaria(s) genannt. 2 9 Siehe weiter unten. MG D Karol. I. Ludovici Germ. Nr. 38, 49-, (15. September 844); Nr. 101., 145. (8. Mai 850). 3 0 Horváth T. A., A molnárok. (Manuskript im Archiv des Komitats Vas in Szombathely); es muß bemerkt werden, daß im Altertum das Baggern der Bachbette gesetzlich vorgeschrieben war: Dig. 43, 21, 1, 7-8.; 6-8. (Ed. Krueger-Mommsen, Berlin 1882) 3 1 Tóth, E„ VSZ 26(1972) 243.

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