Folia archeologica 26.

Cserményi Vajk: Antik kultúra és művészet a Fekete-tenger északi partvidékén cimű kiállítás a Magyar Nemzeti Múzeumban

ANTIKE KULTUR UND KUNST .... AUSSTELLUNG 205 plare der Vasenmalerei von Rhodos kamen hier zum Vorschein, wie das Fragment eines Tellers vom Ende des 7. Jahrhunderts v. u. Z. mit apotropäischer Masken­darstellung oder ein etwa gleichartiges mit Tierfriesen verziertes Gefäß. Die Ke­ramiken der Insel Chios sind durch künstlerisch geformte dünnwandige Vasen vertreten. Aus der ältesen Schicht der Siedlung stammen schöne archaische Terrakotten. Im Jahre 1970 wurde eine Bleiplatte gefunden, der historische Bedeutung zu­kommt, und deren Inschrift interessante Hinweise auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Pontus-Küste des archaischen Zeitalters (des 6. Jahrhunderts v. u. Z.) enthält. Olbia wurde Anfang des 6. Jahrhunderts v. u. Z. von Milesiern am rechten Ufer des Bug gegründet. Olbia war im 6. Jahrhundert v. u. Z. eines der blühend­sten Zentren grieschisch-skythischer Beziehungen. Der Verfall der Stadt begann im 2. Jahrhundert v. u. Z.; im 2. Jahrhundert u. Z. verlor sie auch ihre Unabhäng­keit und gelangte unter die Verwaltung Roms. Aus den auf dem Friedhof von Olbia gefundenen bemalten Vasen und Alabastergefäßen geht hervor, daß die Stadt engen Kontakt mit den Städten Griechenlands, Kleinasiens und Ägyptens pflegte. Die aus Attika gelieferten schwarz- und rotfigurigen Gefäße haben im 6—5. Jahrhundert v. u. Z. die ostgriechischen Importwaren beinahe völlig ver­drängt. Olbia spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der skythischen Kunst. Um den Ansprüchen der skythischen Käufer gerecht zu werden, fertigten die Meister in Olbia verschiedene Metallgegenstände, und verzierten diese im sog. skythischen Tierstil. Davon zeugen die Bronzeschnallen mit Kreuzfigur, die Bronzespiegel, die auch aus Gräbern in Olbia zum Vorschein kamen. Neben den aus dem griechischen Mutterland stammenden künstlerischen Schöpfungen haben auch die örtlichen Meister auf dem Gebiet der Bildhauerei, der Schmiedekunst sowie der Architektur vom Gesichtspunkt der griechischen Kunst her wertvolle Werke geschaffen. In der Zeit des Hellenismus begann vor allem auf dem Gebiet der Töpferei und keramischen Plastik ein bedeutender Aufschwung. Das Niveau der keramischen Plastik wird durch die kleine Terrakotta-Figur der auf dem Thron sitzenden Göttin Kybele gut veranschaulicht, die letzte Lebensperiode der Stadt durch rotglasierte Keramik- und Glasgefäße, die aus Italien und Kleinasien stammen. Eines der wichtigsten Gebiete antiker Kultur war das Königreich Bosporos, seine bedeutendste Stadt Pantikapaion, die in der 1 Hälfte des 6. Jahrhunderts v. u. Z. von Milesiern auf der Halbinsel Krim, an der Stelle des heutigen Kertsch, gegründet wurde. Wegen ihrer günstigen wirtschaftlich-geographischen Lage entwickelte sich die Stadt recht bald zu einem der wichtigsten Zentren der Wirt­schafts- und kulturellen Beziehungen zwischen den Barbarenstämmen und den Griechen. Ihre Herrscher zwangen um die Zeit der Wende zum 4. Jahrhundert v. u. Z. alle anderen griechischen Siedlungen der Kertsch-Halbinsel (Myrme­kion, Nympheion, Tyritake, Theodosia und Iluraton), sowie die griechischen Städte der Taman-Halbinsel (Phanagoreia, Hermonassa, Kepoi und Tyrambe), ja sogar zahlreiche Barbarenstämme unter ihre Herrschaft. Im Laufe der archäo­logischen Ausgrabungen wurde eines der ältesten Gebäude der Stadt, die sog. Emporion-Lagerstätte, freigelegt, in dem ziemlich viele Importgefäße aus Rhodos aus der 1. Hälfte des 6. Jahrhunderts v. u. Z. gefunden wurden. In Pantikapaion blühte auch das örtliche Handwerk, wovon auch die vom Friedhof der Stadt

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