Folia archeologica 26.
Cserményi Vajk: Antik kultúra és művészet a Fekete-tenger északi partvidékén cimű kiállítás a Magyar Nemzeti Múzeumban
204 V. CSERMÉNYI stammenden Funde zeugen. Aus den Gräbern der Vornehmen von Bosporos kamen viele wertvolle Kunstwerke zum Vorschein: bemalte Vasen, geschmiedete Gegenstände, geschnittene Ringsteine, Terrakotten. In der Umgebung von Pantikapaion gibt es zahlreiche Kurgane, bei denen es sich hauptsächlich um Gräber von reichen griechischen, oder zu Griechen gewordenen Bürgern handelt. Aus den Kurganen kamen Kunstwerke von einmaliger Bedeutung ans Tageslicht, so z. B. eine rotfigurige Lekythos mit Jagdreliefs aus dem 4. Jahrhundert v. u. Z. Die Vase trägt die griechische Signatur des Xenophantos von Athen. Auch Pantikapaion spielte eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des skythischen Kunst, war aber als königliche Residenz auch ein wichtiges Zentrum der griechischen Kunst. Die Stadt unterhielt enge Beziehungen zu Athen, und später mit den grossen Zentren der hellenistischen Periode. Die Bildhauerkunst der Stadt widerspiegelt die Stilrichtungen der großen Künstler des griechischen Mutterlandes. Die auf der Ausstellung zur Schau gestellten Köpfe der Aphrodite und des Zeus wurden während Ausgrabungen im Jahre 1956 in einem auf das 1. Jahrhundert v. u. Z. zu datierenden Haus freigelegt. Im Rahmen der Ausstellung sind außerdem Funde aus den kleineren Städten des Bosporos-Königreichs zu sehen. Die wichtigste Stadt des asiatischen Bosporos war Phanagoreia, die im 6. Jahrhundert v. u. Z. an der Mündung des Flusses Kuban von griechischen Siedlern aus Theos gegründet wurde. Unlängst konnte mit Hilfe von Unterwasserforschungen festgestellt werden, daß ein bedeutender Teil der einstigen Stadt von Wasser überflutet ist. In der Nähe von Phanagoreia wurden die Überreste eines Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. u. Z. freigelegt, wobei zahlreiche Terrakotten kultischer Bestimmung zum Vorschein kamen. Die Stadt wird von Kurgangräbern umgeben. In einem der Frauengräber wurde die berühmte figürliche Gefäßgruppe gefunden, zu deren Stücken unter anderem die in einer Muschel befindliche Aphrodite, Nike, Sphinx und Sirene gehören. Chersonesos wurde Ende des 5. Jahrhunderts v. u. Z. von Griechen aus Herakleia (Pontos) gegründet. Bei den Ausgrabungen kamen guterhaltene Festungsmauern zum Vorschein, wurden das Straßensystem der Stadt bestimmt und der Friedhof freigelegt. Bei der Freilegung von Wohnvierteln des 4—2. Jahrhunderts v. u. Z. kamen Fragmente von Marmorstatuen ans Tageslicht, die im griechischen Mutterland gefertigt wurden, u. a. auch ein Dionysos-Kopf. Für uns sind die Grabsteine aus dem 4—3. Jahrhundert v. u. Z. interessant, die mehrfarbig bemalt und mit reliefartiger Darstellung verschiedener Insignien verziert sind. In der Zeit des Hellenismus stand vor allem die Kleinplastik in Blüte. Im Gebiet der Stadt wurden mehrere Werkstätten freigelegt, aus denen auch Negativformen zur Herstellung von Terrakotten zum Vorschein kamen. Zu den am meisten verbreiteten Kleinplastiken gehören Darstellungen des Demeter und Dionysos, der Aphrodite und Thanatos, sowie bacchische Masken. Chersonesos verier Ende des 2. Jahrhunderts v. u. Z. seine Selbständigkeit und gelangte vorerst unter skythische und später unter römische Oberhoheit, hat jedoch seine Selbstverwaltung bis ans Ende bewahrt. Die Kultur der Steppen des nördlichen Schwarzmeer-Küstengebietes wird in der Ausstellung durch das Fundmaterial der skythischen und sarmatischen Kurgane, sowie durch das Material aus der Zeit der Völkerwanderung veranschaulicht. Unter den Funden der freigelegten Kurgane verdienen in erster Linie