Folia archeologica 26.

Cserményi Vajk: Antik kultúra és művészet a Fekete-tenger északi partvidékén cimű kiállítás a Magyar Nemzeti Múzeumban

ANTIKE KULTUR UND KUNST IM KÜSTENGEBIET DES SCHWARZEN MEERES — AU SSTELLUNG IM UNGARISCHEN NATIONALMUSEU M— Die Ausstellung des archäologischen Materials der Staatlichen Eremitage und des Staatlichen Puschkin-Museums der Bildenden Künste in Ungarn war eine Erwiderung der 1972 in der UdSSR gezeigten Ausstellung des Ungarischen Na­tionalmuseums unter dem Titel „Die Kunst in Pannonién". Die Ausgrabungen in Ungarn brachten zahlreiche solche antike Gegenstände zum Vorschein, die Beziehungen zum archäologischen Material des nördlichen Küstengebietes des Schwarzen Meeres haben, und so kann die Austeilung der Exponate aus der Pontus-Gegend auch für die ungarische Forschung frucht­bar sein. Entlang der Nordküste des Schwarzen Meeres haben im 6. Jahrhundert v. u. Z. Einwanderer aus dem griechischen Mutterland und aus den antiken Zentren Kleinasiens eine ganze Reihe von griechischen Städten gegründet. Diese griechi­schen Städte haben — beinahe vom ersten Moment ihrer Gründung an — eine enge Beziehung zu der eingeborenen Bevölkerung dieser Gegend geschaffen. Die Steppenzone, die sich der Nordküste des Schwarzen Meeres anschloß, war von Stämmen der Skythen, die nordwestliche Küste von Maioten, Sinden und Sarmaten bewohnt. Bei diesen Stämmen, die auf den verschiedenen Stufen der Gentilordnung standen, wurden der Zerfall der Gentilordnung und die Heraus­bildung der Klassenverhältnisse durch den Einfluß der antiken Städte be­schleunigt. Das Bekanntwerden mit der antiken Kultur hat das Wissen der lokalen Mei­ster bedeutend bereichert, so daß sie die vom antiken Handwerk übernommene Technik für einen neuartigen Ausdruck ihrer uralten künstlerischen Traditionen verwendeten. Das ausgestellte Material umfaßt die aus den Werkstätten verschiedener grie­chischer Freistädte stammenden importierten Waren, aber es werden auch die örtlichen Erzeugnisse der griechischen Pontus-Städte sowie Gegenstände der Kunst der Barbaren — Arbeiten skythischer, sarmatischer und hunnischer Mei­ster — gezeigt. Die ausgestellten Exponate stammen aus der Sammlung der Eremitage und des Puschkin-Museums und kamen während Ausgrabungen im vorigen Jahr­hundert zum Vorschein. Die Ausstellung wird mit dem Fundmaterial von der Berezan-Insel eröffnet Hier stand vom Ende des 7. Jahrhunderts v. u. Z. bis zum 1. Jahrhundert u. Z. eine Siedlung, die wahrscheinlich durch von der Insel Chios stammende Griechen gegründet wurde. Die Siedlung — die älteste an der Nordküste des Schwarzen Meeres — erlebte im 6. Jahrhundert v. u. Z. ihre Blütezeit. Die wertvollsten Funde der Ausgrabungen in Derezan sind die ostgriechischen und die attischen archaischen Keramiken mit schwarzen Figuren. Auch einige einzigartige Exem-

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