Folia archeologica 26.

Die Ausgrabungen des ungarischen Nationalmuseums im Jahre - Miklós Héjj: Ausgrabungsbericht über die Erschließung des königlichen Wohnpalastes zu Visegrád — Nord-und Donauflügelsektor

196 M. HÉJJ Abb. 4. Der Quellbrunnen wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts umge­baut, seine Sockelstufe aufgefüllt, aus der Auffüllung haben wir die mit dem Wappen Sigismunds und einem Stadttor verzierten Kacheln eines um 1410 gebau­ten Ofens zutage gefördert, aus deren Menge auf den Abriß eines ganzen Ofens zu schließen ist. Der Quellbrunnen bestimmt auch das Entstehungsalter des nördlichen Pa­lastflügels. Er dient auch als Beweis dafür, daß sich der Wohnpalast in den Jahren zwischen 1350—70 bis zur Linie der Fö-Straße erstreckt hat. Anläßlich unserer Forschungen haben wir festgestellt, daß unter der heuti­gen Einbaulinie der Fö-Straße die Westfassade des Palastes zu finden sind, deren Höhe die 3 Meter erreicht. Die Westfassade war keine Umsäumungsmauer, son­dern auch hier befand sich eine Flucht von Wohnräumen. Die Erschließung des Gebietes wird heutzutage in großem Maße von dem Umstand erschwert, daß die Forschungen nur in dem von großen Bäumen be­wachsenen Gemeindegebiet durchgeführt werden können. Die Bestimmung des Haupteinganges des Palastes, ferner die Klärung der grundrißmäßigen Zusammenhänge der Gebäudegruppen ist eine wichtige Ziel-

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