Folia archeologica 26.
Die Ausgrabungen des ungarischen Nationalmuseums im Jahre - András Pálóczi-Horváth: Bericht über die Ausgrabung des mittelalterlichen Dorfes Szentkirály
184 A. PÁLÓCZI-HORVÁTF hören. Erst am Ende des 15. Jahrhunderts begegnen wir wiederum seinem Namen als der Ort unverändert im Besitze kumanischer Adeliger ist, die 1488 an den Flurgang der benachbarten Siedlungen Laka und Felalpár teilnehmen, die Schenkungsurkunde 1493 umschreiben lassen und auch das Jus gladii vom König Wladislaw II. erhalten. 2 Im 16.—17. Jahrhundert kommt das Dorf sehr oft in den türkischen Kontributionsverzeichnissen vor. Im Jahre 1546 zahlen 50, im Jahre 1562 52 Häuser Steuer, jedoch 1628 nur mehr 4 und im Jahre 1634 insgesamt 8 Häuser. 3 Im Laufe des 17. Jahrhunderts verfällt die Siedlung und es scheint, daß sie am Ende des Jahrhunderts lebensunfähig geworden ist, 1692 wird sie von seinen Bewohnern endgültig verlassen und diese übersiedeln nach Kecskemét. 4 Von dieser Zeit an war der Ort ganz bis 1952 als Puszta von Kecskemét bekannt, als er dann unter dem Namen Lászlófalva zu einer selbständigen Ortschaft geworden ist. Aus der obigen kurzen Zusammenfassung können wir sehen, daß die historischen Daten für die archäologische Forschung, insbesondere in chronologischen Fragen einen entsprechenden Anhaltspunkt bieten. Im Falle von Szentkirály machten aber auch archäologische Daten die Ausgrabung begründet. Aufgrund des in Felsőszentkirály zum Vorschein gekommenen kumanischen Grabfundes aus dem 13. Jahrhundert kann die Hypothese gestellt werden, daß im Gebiet schon vor der Bodenschenkung Kumanen gewohnt haben. 5 Einen ähnlichen Zusammenhang nimmt I. Eri zwischen dem Grabfund von Kígyóspuszta und Csólyos sowie den in ihrer Umgebung gewesenen mittelalterlichen Dörfern an." Außer den siedlungsmorphologischen, strukturellen, wirtschaftsgeschichtlichen usw. Fragen ist also die wichtigste Aufgabe der Ausgrabung die Klärung der Probleme der Ansiedlung. Die Entstehung des Dorfes möchten wir auch mit archäologischen Daten beleuchten. Die Oberflächenspuren der Siedlung sind am östlichen Rand des Innengebietes von Lászlófalva, in der Templom-dűlő, auf dem sich NW-SO dahinziehenden Sandrücken zu finden, an dessen höchsten Punkt die mittelalterliche Kirche des Dorfes unter der heutigen reformierten Kirche liegt. Die Siedlung war von N und О her von einem sumpfigen Gebiet umgrenzt, das stellenweise sogar die Breite von 1 km erreichte, doch lag auch an der W-Seite des ungefähr einem umgekehrten L-Buchstaben ähnlichen mittelalterlichen Dorfes ein kleineres wässeriges Gebiet. Seit 1969 haben wir Freilegungen bisher an vier Arbeitsstellen durchgeführt und auch die Höhenlinienkarte im Maßstab von 1:500 und 1:1000 wurde fertiggestellt. Den Beginn der Forschungen hat die finanzielle Unterstützung des Katona József-Museums zu Kecskemét ermöglicht. Das Ungarische Nationalmuseum hat die Ausgrabung von Lászlófalva von 1971 an in seine Pläne aufgenommen. Im folgenden geben wir die bis 1973 freigelegten wichtigsten mittelalterlichen Objekte bekannt. 2 Ebd. 697—699, 701, 706—708. 3 Velics, A. — Kammerer, E., Magyarországi török kincstári defterek. II. (Bp. 1890) 710, 730.; Kä/dy-Nagy, Су., Kanuni devri Budin tahrir defteri (1546—1562). (Ankara 1971) 343. 4 Balanyi, В., Adatok Lászlófalva történetéhez. Népkutató-Honismereti Kör Évkönyve. (Kecskemét 1964—65) 43. 6 Pá/óczi-Horvát/j, A., Cumania 1(1972) 202. 6 Éri, I., FA 8(1956) 138, 143—144, 147—149.