Folia archeologica 26.
Die Ausgrabungen des ungarischen Nationalmuseums im Jahre - András Pálóczi-Horváth: Bericht über die Ausgrabung des mittelalterlichen Dorfes Szentkirály
III. BERICHT ÜBER DIE AUSGRABUNG DES MITTELALTERLICHEN DORFES SZENTKIRÁLY ANDRÁS PÁLÓCZI-HORVÁTH In der Entstehung der mittelalterlichen Siedlungsverhältnisse des Alföld fiel den nach dem Mongolensturm in Ungarn seßhaft gewordenen Kumanen eine sehr wichtige Rolle zu. Für die Forschung liegt die historische Bedeutung dieser großen ethnischen Gruppe in erster Reihe darin, daß über sie der Feudalisierungsprozeß einer solchen Gesellschaft nomadischen Charakters beobachtet werden kann. Die siedlungsgeschichtliche Spiegelung dieses Prozesses manifestiert sich in der Ausbildung der ständigen Niederlassungen und in der Entstehung des Dorfnetzes dieser ethnischen Gruppe. Zur Klärung der Probleme der Niederlassung haben wir uns außer den archäologischen Geländebegehungen auch die Ausgrabung der Dörfer des kumanischen Stammesgebietes zum Ziele gesteckt, da wir uns in dieser Weise zugleich auch der Forschung der mittelalterlichen ungarischen Dörfer anschließen möchten, die in letzterer Zeit einen so starken Aufschwung erhielt. Als erste wurde eine solche Siedlung ausgewählt, die unseren vorläufigen Kenntnissen nach zur eingehenderen Untersuchung von mehreren Gesichtspunkten aus geeignet zu sein schien. Das mittelalterliche Dorf Szentkirály lag an der Stelle der heutigen Ortschaft Lászlófalva (Kom. Bács-Kiskun), im NO-Teil Kleinkumaniens, 20 km östlich von Kecskemét. Seinen ursprünglichen Namen bewahrten die zwei größten Gemarkungsteile der heutigen Ortschaft Alsószentkirály und Felsőszentkirály. Von dem Zeitpunkt angefangen, als die Ortschaft in kumanischen Besitz gelangte, bis zu ihrer Zerstörung wurde Szentkirály oft in den geschriebenen Quellen erwähnt. 1354 hat König Ludwig d. Gr. die Puszten Szentkirály und Mindszent den Kumanen: Bőcsörs (Bwcbwr) Sohn Peter und seinen Söhnen Miklós und János sowie seinen Geschwisterkindern Baramuk, dem Sohn Kabak s und Gál, dem Sohn tegs mit der Bedingung zu Geschenk gegeben, daß sie sich dort niederlassen und nach christlicher Sitte leben. Das Kapitel von Buda hat um die Besitze einen Flurumgang gehalten, sodann die obengenannten Kumanen in den Besitz ohne Widerspruch eingesetzt. Dem folgend erließ der König 1356 eine Privilegienurkunde. 1 Nach dieser Angabe ist lange Zeit hindurch nichts über Szentkirály zu 1 Gyárfás, I., A jász-kunok története. III. (Szolnok 1883) 489—492, 494—495.