Folia archeologica 26.
Die Ausgrabungen des ungarischen Nationalmuseums im Jahre - István Fodor: Vorläufige Bericht über die Ausgrabung des Dorfes Szabolcs—Kisfalud im Jahre 1971—73
180 I. FODOR Abb. 8. gelben, scheibengedrehten, aus mit Sand gemangertem Ton hergestellten Gefäßen, deren Hals und Schulterteil von Wellenlinien, Wellenlinienbündeln, eingeritzten geraden Linien oder mit Zahnrädern gezogenen Mustern verziert sind. Auch sehr viele Fragmente mit Bodenstempel sind zum Vorschein gekommen. Die Zahl der ganzen oder ergänzbaren Gefäße ist bisher außerordentlich gering. Wir führen den einen völlig intakten, gedrungenen, an der Schulter mit eingeritzter Wellenlinie verzierten, gräulichbraunen Topf mit stark ausladendem Rand vor Augen (Abb. 4). Am Boden des Tongefäßes befindet sich ein kreuzförmiger Bodenstempel. Sein Alter kann mit dem 12. Jahrhundert festgesetzt werden. Auf unserer Siedlung sind überraschend viele Eisengeräte zum Vorschein gekommen, an welchen unsere bisher freigelegten Dörfer des gleichen Zeitalters ansonsten nicht sehr reich sind. Besonders wichtig ist, daß eine gänzlich intakte, leicht asymmetrische árpádenzeitliche Pflugschar (L: 25,5 cm, B: 19 cm) (Abb. 5) und eine Spatenschar (Abb. 6) ans Tageslicht gekommen sind, da beide in unserem Denkmalmaterial des 10.—13. Jahrhunderts sehr selten sind. Insbesondere der Pflugschar fällt eine agrarhistorische Bedeutung zu. 1 6 Auch die Sichel war ein landwirtschaftliches Gerät, von der ein fast völlig unversehrtes Exemplar (Abb. 7:3) und mehrere Fragmente zum Vorschein gekommen sind. Infolge der Nähe des Flusses war im Leben der Bevölkerung des Dorfes auch der Fischfang sehr 1< ! Bisher sind nur zwei Schare aus der Árpádenzeit zum Vorschein gekommen uzw. aus der Umgebung von Orosháza: Kovalovs^ki, ]., Orosháza és környéke a magyar középkorban. In: Orosháza története és néprajza. I. (Orosháza 1965) Taf. VI. 1—2.